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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 103

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 103 (sequence 103)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 103 — Fuhrer sich erworben haben. Das sind die stillen Helden, über die niemand schreibt, und sogar das stenographische Protokoll des Kongresses wird sie nicht verzeichnen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Lassen wir uns nicht auf die Stimmungsmacherei, die Sie unwillkürlich hineingebracht haben, ein. Legen wir die Sonde tief ein und sehen wir, wie die Verhältnisse liegen. Ich bin nicht hierher gekommen, um zu kritisieren; denn ich bin genau so verantwortlich, wenn auch in kleinerem Maßstabe, wie der Herr Präsident. Ich wünsche aber nicht, daß die Hurra-Stimmung hier vorherrscht. Ihr werdet nac Ii fünf Tagen zu euern Vereinen kommen, und werdet wieder Bericht erstatten. und werdet wieder zwei Jahre arbeiten müssen. Was werdet ihr über den Zionismus erzählen, welche neuen Werte, welche neuen Gedanken werdet ihr vom Kongreß mitbringen? Ich verlange vom Aktionskomitee nicht etwas, das es nicht geben kann. Wir können es nicht zwingen, neue Werte zu schaffen, aber weder das A. C, noch die Partei soll sich hineinlullen in den Gedanken, daß alles glänzend und friedlich besteht, und soll nicht jeden Versuch, etwas abzuändern und die Sache besser zu machen, als Rebellion und Meuterei auffassen. (Lebhafter Beifall.) Es ist uns genau so ernst, etwas Ernstes und Gutes in die Bewegung hineinzutragen, wie es Ihnen ernst ist, das Bestehende wohl zu erhalten. Das Bestehende muß bleiben und wird erhalten Averden. Es ist selbstverständlich, daß das Geld, welches das jüdische Volk Ihnen anvertraut hat, auch gut verwaltet wurde und verwaltet werden wird. Ich habe volles Vertrauen dazu, Herr Wolffsohn, daß Sie, solange Sie die Übersicht über die Finanzen haben, diese auch gut verwalten werden. Es ist das so selbstverständlich, daß man daraus keinen Coup machen muß; das ist so augenscheinlich, und jeder, der anders denkt, ist entweder bösartig oder ein Dummkopf. (Ruf: Oder beides!) Es ist ganz richtig, daß man in kaufmännischen Angelegenheiten auch kaufmännisch verfahren muß. Und ich gebe in dieser Beziehung Ihnen viel mehr Recht, und werde mir lieber die Zunge abschneiden, ehe ich ein Wort über die kaufmännische Gebarung der zionistischen Bewegung sprechen werde; aber es gibt noch etwas anderes, als die kaufmännische Seite der Bewegung, und wenn wir über das andere zu sprechen anfangen, sagen Sie: Phantom. Ich wiederhole: Die zionistische Arbeit besteht aus drei Teilen: Erstens aus der kolonisatorischen Arbeit, die vor einigen Jahren als Chowewe-Zionismus verschrien wurde und die noch besteht. Sie besteht zweitens aus der kulturellen Arbeit im Golus und Palästina, und drittens in der politischen Arbeit. Jetzt beginnt die wahre politische Arbeit. Bis jetzt war es nur ein Nachjagen nach Phantomen, welches vielleicht sehr nützlich war und der Bewegung große Dienste geleistet hat, aber die langsame, stille und schwierige politische Arbeit beginnt jetzt, und dazu braucht man auch Männer! Niemand wird mir abstreiten, daß gerade für eine komplizierte und hochverantwortliche Arbeit ein komplizierter Apparat notwendig ist. Kann mir jemand sagen, daß ein Mensch oder sogar zwei Personen, die in Köln oder London sitzen, auch wenn sie noch so Gutes leisten, diese Ai'beit machen können? Kann Wolffsohn diese Verantwortlichkeit auf sich nehmen? AVenn Wolffsohn sich prüft, — und er prüft sich oft, — muß er sich sagen,

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