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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 102

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 102 (sequence 102)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476272--3132-3479273
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— 102 — Wir müssen ferner damit rechnen, daß die zionistische Idee der Ausdruck des jüdischen Volkes ist. Der Zionismus ist keine Partei im Judentum, sondern das Judentum selbst, und wir müssen die Worte Nordaus umwenden, welcher sagte: Das Judentum wird zionistisch sein oder es wird überhaupt nicht sein! Wir sagen: Der Zionismus wird jüdisch sein oder er wird überhaupt nicht sein! Derjenige, der für das Judentum, in erster Linie für die religiöse Seite desselben fühlt, ist David Wolffsohn. Er soll, er muß, er wird unser Führer sein. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Vizepräsident Dr. Bodenheimer: Ich danke dem Herrn Redner besonders dafür, daß er von der Redezeit nur zehn Minuten in Anspruch genommen hat. Das Wort hat nunmehr Herr Prof. Dr. Weitzmann. Professor Dr. Weitzinaim (mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen begrüßt): Herr Präsident! Geehrter Kongreß! Ich empfinde wohl die Schwierigkeit für einen Mann, wie ich, jetzt das Wort zu ergreifen. Wenn ich über praktische Dinge spreche, so kann man mich abweisen, daß ich einer bin, der von praktischen Sachen nichts versteht. Wenn ich aber von allgemeinen Sachen rede, so wird man eventuell sagen, das sind alles große Phrasen, die mit der geschäftlichen Lage nichts zu tan haben. Ich werde mich doch in die schwierige Lage hineinfinden und werde versuchen, mich nur an diejenigen Punkte zu halten, in denen ich mich für kompetent halte, ein Wort hineinzureden. Ich will vorausschicken, daß es nicht, wie Herr Dr. Nord au vorausgesagt hat, meine Absicht ist, irgendwelche Angriffe auf die Leitung zu machen. Ich habe absolut keine Angriffe auf die Leitung zu machen, ich habe auch gar keinen Krieg der Leitung gegenüber zu führen. Ich stelle mich sogar auf den Standpunkt, daß das, was die Leitung getan hat, — mag sie sich in manchen Punkten geirrt haben, — vielleicht sehr gut ist. Aber was sie getan hat, ist herzlich wenig. Vor allen Dingen mochte ich nur ein paar Worte sprechen, um gewisse Eindrücke, unter denen sich die Versammlung vielleicht im Augenblicke befindet, zu beseitigen. Ich muß zu meinem Bedauern sagen, als ich den Herrn Präsidenten Wolffsohn sprechen hörte, wenn er über die russischen Verhältnisse und über die Russen sprach, — ich bin ja-auch ein Russe, obzwar ich ein Engländer bin (Heiterkeit), — und wenn icli die Augen geschlossen hätte, hätte es geklungen, wie jene Rede eines deutschen Reichskanzlers, als er über die russischen Studenten gesprochen hat (Rufe: Sein* richtig! Beifall. Unruhe), und von den Schnorrern und Verschwörern gesprochen hat, von denen man sich nicht auf der Nase herumtanzen läßt. Das ist nicht der Ton, — ich bin überzeugt, daß Herr Wolffsohn das aucli bedauert, — in welchem man von Männern spricht, die jahrzehntelang in der Bewegung sind und die die Bewegung gemacht haben, gerade so wie alle andern. (Beifall.) Ich gebe mit vollem Rechte alle Verdienste des Herrn Wolffsohn zu und werde der letzte sein, etwas daran bemängeln zu wollen. Aber, Herr Wolffsohn, vergessen Sie ja nicht, daß es auch andere Männer gibt, die auch große Verdienste, jeder nach seiner Art, haben. Gehen Sie nach dem Friedhof von Chedera und sehen Sie sich die toten jüdischen Arbeiter an, die nie Reden im Kongreß gehalten haben und die ebenso unsterbliche Verdienste Avie mancher große

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