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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 99

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 99 (sequence 99)
Language
German, English, Hebrew
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— 99 — toren in Berührung zu treten, von denen er Vorteile für unsere Bewegung erlangen wollte. Da hatte er es nicht notwendig, bei den abnormalen Verhältnissen, die in Rußland herrschen, um Ihre Bewilligung einzureichen. Präsident Wolffsohn; Ich habe es getan. Delegierter Lebovits: Um so besser. Die Aufforderung in der „Welt" zur Zeichnung von Aktien schätze ich gar nicht hoch; aber sie hämisch zu beurteilen oder gar als lächerlich oder schädlich hinzustellen, dazu liegt keine Berechtigung vor. Denn anders war die falsche Ironie doch nicht aufzufassen, als ein Versuch, eine Handlung, die sonst entweder übergangen wird oder Anerkennung verdienen würde, hier so darzustellen, als wenn sie die Handlung irgend eines dummen Jungen wäre. Dann haben wir noch Konstantinopel. Bezüglich Konstantinopels habe ich die Impression und die Uberzeugung, wenn es dem Präsidenten gelungen wäre, dort solche Resultate zu erzielen, die uns allen volle Befriedigung und volle Freude bereitet hätten, hätte er kein Geheimnis vor dem Kongreß und während des Kongresses daraus gemacht. Ebenso fest bin ich überzeugt, daß der Präsident all seinen Scharfsinn, seinen Takt und seine Klugheit aufgewendet hat, um ein solches Resultat zu erzielen. Ihm also einen Vorwurf zu machen, daß er nach Konstantinopel gereist ist und doch nichts nach Hause gebracht hat, erinnert mich an das schlechte Kind, das immer unzufrieden ist, wenn der Papa keine Zuckerl nach Hause bringt, ohne sich zu fragen, ob er die Zuckerl bekommt oder nicht. Ich möchte noch einige Momente hervorheben. Herr Dr. Brau de nennt die Ordnung bureaukratisch. Ich kann nur eins konstatieren: Seitdem der jetzige Präsident an der Spitze steht, herrscht tatsächlich Ordnung in vielen Ländern und Landsmannschaften. Aber sie war nicht vordem da, und wir müssen dem Herrn Präsidenten und dem E. A. C. Dank wissen, daß nun mehr Ordnung eingetreten ist. Ich verrate nichts, wenn ich sage, es waren arge Mißstände in vielen Ländern, die behoben werden mußten. Da verdient das Bureau nicht als bureaukratisch hingestellt zu werden. Es wurde gesagt, das Amt muß einen Gedanken haben und keine Ordnung. Ordnung ist aber das erste bei jeder Institution. Sonst läuft man Gefahr, daß die Institution diskreditiert wird und verloren geht. Ich will noch ganz kurz erwähnen, daß wir in Ungarn Ausnahmezustände und Ausnahmeverhältnisse gegenüber dem Zionismus haben. In Ungarn war die Gefahr vorhanden, daß unsere Bewegung und Organisation mit einem einzigen Schlag erdrosselt und unterdrückt wird, nicht etwa weil in Ungarn uns maßgebende Persönlichkeiten gegenüberstehen, sondern weil leider von den jüdischen Assimilanten mit Hochdruck gearbeitet wurde, daß uns der Strick um den Hals gelegt wird. Da telegraphierten wir an unsern Präsidenten um Hilfe, und im nächsten Zuge nach dem Empfange des Telegramms reiste der Präsident ab und kam zu uns und hat tagelang mit den obersten Persönlichkeiten nicht nur Fühlung genommen, sondern durch besondern Takt, besondere Energie und Selbstbewußtsein — denn all das ist bei uns notwendig — mit den höchsten Spitzen eine solche Vereinbarung getroffen, daß wir 7*

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