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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 98

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 98 (sequence 98)
Language
German, English, Hebrew
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— 98 — was angenehm ist? Sind nicht die Landesleitungen vorhanden, um die*Wünsche an das E. A C. gelangen zu lassen? Worin soll die Unterstützung bestehen? Daß Schekel gesammelt werden? Oder wollen sie dafür einen Dank haben? Dafür gebührt kein Dank, denn diese Arbeit kommt den Landesleitungen zu. Wenn Sie Wünsche haben, müssen Sie diese Wünsche in präziser Form an die Leitung gelangen lassen, und wenn denselben nicht entsprochen wird, dann legen Sie eine Anfrage vor und der Kongreß wird entscheiden, wer Eecht hat, ob der, der einen Vorschlag gemacht, oder der, der ihn abgelehnt hat. Dann ist eine Kritik möglieh. Ich habe früher dem lebhaften Wunsche Ausdruck gegeben, sowohl von meinem Standpunkte als Misrachist, mehr aber noch von dem Standpunkte als praktischer Zionist, daß Arbeit geleistet werden soll. Wenn wir praktische Arbeit in Palästina leisten sollen, die nicht auf Grundlage bestimmter Sicherheiten auch unter den heutigen Verhältnissen eine Garantie bietet, daß sie nicht verloren geht, dann sage ich: „Nein!" Es ist viel zu schwierig, unsere Mittel zusammenzubringen, und die Kreuzer der Armen sind viel zu blutig, als daß eine Enttäuschung riskiert werden dürfte, die viel verheerender wirken würde, als zehn Institutionen Segen bringen können. (Zustimmung.) Ich bin überzeugt, daß das E. A. C. mit dem Präsidenten an der Spitze den lebhaften Wunsch hatte, nach dieser Eichtling dem Kongresse irgendwelche Präsente vorzulegen, wenn schon nicht aus innerem Drange, so doch, um sich bei Ihnen schön zu machen und die Gegensätze, die in Rußland künstlich entfacht wurden, zu dämpfen. Wenn dies der Fall gewesen wäre, so hätten Sie, ich bin davon übeizeugt, dies als schädliche Handlung bezeichnet und Dr. Pasmanik hätte noch vernichtender sein Wort ertönen lassen, wenn irgendetwas in dieser Eichtung geschehen wäre, wenn er nur ein Hakerl gefunden hätte. (Lebhafter Beifall.) Ich bin schmerzlich berührt durch die Art und Weise, in welcher Dr. Pas - manik gestern die Tätigkeit des Komitees ironisiert hat. Er erwähnt die Eeise nach Eußland, nach Konstantinopel und noch ein Drittes, die Aufforderung zur Zeichnung von Aktien. Wenn man diese drei Punkte ins Auge faßt, so erhält die Kritik den Charakter, ich will nicht sagen der Böswilligkeit, aber mindestens der fanatischen Berechnung, den Gegner vernichtend zu treffen, ohne sich selbst zu schädigen. Der Präsident ist nach Eußland gefahren. Ich glaube, es zählt nicht zu den Vergnügungen irgend eines Europäers, wenn er nach Eußland fahren muß. Aber wie man verlangen kann, daß der Präsident zuerst in Eußland anfrage oder mit der dortigen Landsmannschaft in Beratung trete (Eufe: Jawohl!), dazu gehört die größte politische Unreife. Denn Sie werden doch nicht behaupten, daß eine solche Anfrage eventuell geheim bleibt, und glauben Sie etwa, daß es der Sache förderlich gewesen wäre, wenn die Eegierungsorgane auf Umwegen früher erfahren hätten, daß der Präsident der Zionistischen Organisation nach Eußland kommt? Es wäre der Sache gewiß sehr schädlich gewesen und es war klug, daß der Präsident nur jene Stelle verständigt hat, mit der er zu verhandeln beabsichtigte. Er hat nicht gesucht die Verbindung mit den Gesinnungsgenossen, die sucht er hier, dort hatte er mit jenen Fak-

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