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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 97

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 97 (sequence 97)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 97 — und Vorbedingung ist, daß man bei der Kritik sich zuerst an die Tatsachen hält (Zustimmung), und zweitens nebst der Kritik die Mittel und Wege angibt, welche unterlassen oder schlecht gemacht worden sind. Nur dann ist es möglich, zu prüfen, ob die Kritik vernünftig, ob sie ehrlich, namentlich ob sie objektiv ist und ob sie zu einer Besserung der Situation führen kann. Gestern haben wir eine ätzende, beißende, stechende, verletzende Kritik gehört, aber — ich habe sehr aufgepaßt — auch nicht einen Gedanken, auch nicht eine einzige Anregung habe ich in der ganzen Kritik gehört. Auch mit keiner einzigen Silbe hat die Kritik versucht, einen Vorschlag zu machen und zu sagen: Sehen Sie, das wurde schlecht gemacht, ich schlagevor, es so zu machen. Nicht ein Fall wurde erwähnt, an dem gezeigt wurde, ob etwas schlecht gemacht wurde, sondern man sagte einfach: Alles wurde schlecht gemacht^ alles Gute unterlassen. In Bausch und Bogen wurde der Stab Uber die Leitung gebrochen. Ich stehe dem E. A. C. und dem Präsidenten vollständig objektiv gegenüber. Ich habe ein einziges Mal das Vergnügen gehabt, den Präsidenten zu sprechen, und habe keine Veranlassung, ihm aus persönlichen Gründen ein Loblied zu singen. Auch ich bin mit manchem unzufrieden, auch ich wünsche, daß in Palästina mehr gearbeitet wird, daß die wirtschaftliche Arbeit in Palästina intensiv gefördert werde, auch ich als Misrachist betone es, daß ich den Wunsch hege, daß in Palästina ein Aufschwung erfolge, und daß in jeder Beziehung sowohl für die dortige Bevölkerung als auch für die Bevölkerung, die hinkommen soll, die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden. Aber das kann mich nicht dazu bringen, blind und ohne Uberlegung einfach zu verurteilen, wenn etwas nicht gemacht worden ist. Das kann mich nicht bewegen, subjektiv die Leitung zu verurteilen, weil sie nicht dasjenige gibt, was man von Herzen wünscht, weil ich mir sage: Jene, die an der Spitze stehen, müssen die Verhältnisse mindestens so gut kennen, als einer der Kritiker, und wenn diese Männer, die durch ihre Stellung Anspruch erheben können, als Persönlichkeiten zu gelten, die die Wünsche aller Länder kennen, trotzdem nichts unternehmen, so müssen für sie zwingende Gründe vorhanden sein. So dachte ich mir die Sache, und so muß eine objektive Kritik sich äußern. Ich hätte zugestimmt, wenn ich von einem der vielen Kritiker gehört hätte, daß sie konkrete Vorschläge an die Leitung ergehen ließen, die man nicht beachtet hat, daß sie konkrete Vorschläge aufgestellt hätten, die man nicht verwirklichte, daß sie überhaupt an das E. A. C. oder den Präsidenten herangetreten wären. Dann wäre eventuell eine richtende Kritik am Platze. Das ist aber nicht geschehen, und insbesodere von gestern bis heute haben wir nicht einen einzigen konkreten Gedanken von seiten der Besserwisser gehört, der vernünftig wäre und zeigen würde, was die Herren wünschen und wollen. Sie sprechen in Phrasen, die nichts Konkretes enthalten; da sollen wir einfach darauf eingehen und der Verurteilung der Leitung zustimmen? Das können Sie nicht von uns verlangen. Ich möchte nur auf einige Momente hinweisen, welche in der Kritik vorgekommen sind. So wurde z. B. der Mangel an Vorschlägen seitens des E. A. C. gerügt. Ja, ist etwa das E. A. C. dazu da, um die Spezialwünsche der einzelnen Gruppen oder Personen zu erraten oder Anfragen vorzulegen; 7

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