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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 94

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 94 (sequence 94)
Language
German, English, Hebrew
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94 — der Kolonialbarik. Bei dieser Gelegenheit habe ich die Aufgabe unternommen, eine Broschüre über unsere Banken zu veröffentlichen. Da habe ich ganz besonders hervorgehoben, daß unsere Kolonialbank hauptsächlich dazu geschaffen worden ist, das Finanzinstitut der zionistischen Bewegung zu sein7 d. h. jedesmal, wenn uns eine zionistische Aufgabe bevorsteht, dann werden wir in der Bank und in dem Direktorium derselben dasjenige Organ finden, welches die Ermöglichung dieser Aufgabe bewirkt. Dadurch nun, daß das Direktorium der Bank einen solch kleinen Betrag wie 50 Pfund für die Spesen der Agrarkommission refüsiert hat, ist der Beweis erbracht, was für ein Finanzinstrument der zionistischen Bewegung diese Bank geworden ist. Ich muß Ihnen sagen, wenn meine Broschüre noch nicht gedruckt wäre, ich würde sie zerstört haben. Man muß im Direktorium solche Veränderungen vornehmen, daß solche schändliche Taten nicht vorkommen können. Wir haben uns in diesem Sommer bemüht, einen Anfang zu dieser Änderung zu machen. Als diesen Sommer eine allgemeine Versammlung der Aktionäre der Jüdischen Kolonialbank geplant war, wollten wir aus Rußland extra einige Mitglieder hinschicken, damit man die allgemeine Frage, wie die leitende Bank als Instrument der zionistischen Bewegung funktioniert, behandele. Wir haben uns sehr stark bemüht, daß mehrere russische Mitglieder zur Versammlung kommen können, daß daher die Versammlung in Berlin stattfinde. Wir haben den Präsidenten des E. A. C, der gleichzeitig Präsident des Aufsichtsrats ist, gebeten, im Interesse der Bewegung diesmal die Versammlung nicht in London, sondern in Berlin zu veranstalten. Es handelt sich doch nicht um eine Vertuschung der Angelegenheiten, sondern darum, eine Besserung der Verhältnisse zu erzielen. Wir sind überstimmt Avorden, und die Versammlung hat doch in London stattgefunden, wo niemand von uns hinkommen konnte. Das Resultat war auch so, wie man voraussehen konnte. Die Änderung des Direktoriums der Bank konnte nicht erfolgen, und alles ist beim alten geblieben. Wir wollten dann einfach einen andern Direktor wählen als Mr. Cowen. (Beifall und Zwischenrufe.) Ich muß Ihnen offen sagen, wenn ein Herr, der den verantwortlichen Posten als Direktor unserer Kolonialbank, des Hauptinstruments der zionistischen Bewegung, bekleidet .... Piäsident Dr. Nordau (unterbrechend): Ich mache den Redner darauf aufmerksam, daß seine Zeit abgelaufen ist. (Rufe: Weiterreden!) Dazu haben Sie kein Recht. Das bestimmt der Kongreß und kein einzelner Delegierter nach Willkür. An den heutigen Beschluß werden wir uns halten. D.er Herr Redner hat sein Recht erschöpft und muß die Tribüne dem nächsten Redner überlassen. Delegierter B. Goldberg: Ich habe noch manches zu sagen, aber wenn der Kongreß dagegen ist, muß ich mich fügen. Präsident Wolffsohn: Da Herr Goldberg als Kontraredner spricht, möchte ich nicht, daß ihm das Wort abgeschnitten wird. Für den Fall, daß er noch irgendwelche Anklagen gegen das E. A. C. hat, möchte ich sie alle hören. Die Herren hatten zwar Gelegenheit, mir dieselben auch früher mitzuteilen. Ich habe aber bisher von diesen Anklagen nichts gewußt. Ich möchte, daß der Kongreß von allem unterrichtet ist, und bitte daher den Kongieß, ihn weitersprechen zu lassen.

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