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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 93

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 93 (sequence 93)
Language
German, English, Hebrew
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auch mehrmals an dieses gewendet, konnten aber leider keine Anleitung erhalten Noch mehr, wir haben in Kußland ein Parteiblatt, das ist das einzige Blatt in russischer Sprache, das sehr verbreitet ist. Und die Augen der ganzen Judenschaft waren darauf gerichtet. Wir haben von unserm politischen Zentrum keine klare Stellungnahme erhalten, konnten also auch keine weiter geben. Noch mehr, seit Dezember vorigen Jahres hat das Wilnaer Komitee gemeinschaftlich mit dem E. A. C. das Blatt „Ha Olam" herausgegeben. Dieses Blatt ist ein politisches Organ desE. A. C. sowie der russischen Landsmannschaft. Es ist über die ganze Welt verbreitet, und da es zu den politischen Erscheinungen in der zionistischen Welt Stellung zu nehmen hat, können wir nur den Standpunkt des Komitees von Wilna dort weitergeben, aber nicht des E. A. C, weil wir von dort nie eine Stellungnahme erhalten. Als nach zwei Monaten des Stillschweigens Anfang Oktober 1908 die Mitglieder des A. C. in Wilna und später in Moskau zusammengekommen waren, um eine gewisse Richtschnur aufzustellen, wie man sich vom zionistischen Standpunkte zu den großen Ereignissen zu stellen habe, haben wir dort gewisse Vorschläge gemacht. Wir dachten, wenn wir von Köln keine Initiative bekommen, könnte das vielleicht von Wilna aus geschehen. Wir haben gewisse Vorsehläge ausgearbeitet, um sie dem E. A. C.zu unterbreiten. Wir haben die Vorschläge nicht nur nach Köln geschickt, sondern auch an andere an der Arbeit Beteiligte, um die Stellungnahme zu den neuesten Ereignissen auf die Tagesordnung zu bringen. Wir haben gesagt, wir wollen nicht nur Ezes geben, sondern auch die Mittel zur Durchführung dieser Vorschläge bei uns sammeln. Wir haben 45 000 Frs. an die Bank geschickt, war warteten aber monatelang und haben weder „ja" noch „nein" gehört. Es handelt sich also nicht darum, ob die Tätigkeit der Leitung und die Arbeitsleistung derselben gut oder schlecht war, sondern darum, daß die Leitung als solche in der Partei nicht zu spüren war. Der Präsident des A. C. hat hervorgehoben, daß er immer die Beschlüsse de« Kongresses zur Ausführung bringe. Von ihm ist das vollkommen richtig. Aber das Hauptgewicht der Ausübung liegt in der Qualität. In dieser Hinsieht wurde sehr viel gesündigt. So wurde z. B. im Anfang dieses Jahres in der Sitzung des Großen A. C. auf Antrag des Dr. Tschlenow eine Kommission für Agrarkredit eingesetzt, um die Frage, die die ganze zionistische Welt besonders bewegt hat, die Frage des langfristigen Agrarkredits für Palästina, zu realisieren. Nachdem dieser Antrag angenommen wurde, konnte man doch von der Leitung erwarten, daß sie die Arbeiten dieser Kommission fördern werde. Davon war aber gar keine Spur. Im Gegenteil, als ich im Sommer in Sachen der Agrarkreditkommission nach Berlin kam, hörte ich, daß die Bewilligung der 50 Pfund betragenden Spesen vom Bankdirektorium, E. A. C. und vom Nationalfondsdirektorium einstimmig abgelehnt worden war. Dies erschien mir selbstverständlich nicht als eine Förderung seitens des E. A. C, noch seitens des Direktoriums der Bank. Die Agrarkreditkommission hätte sofort liquidieren müssen, wenn sie nicht die Mittel aus eigener Tasche aufgebracht hätte. Gerade zu derjenigen Zeit, als ich als Mitglied der Agrarkommission nach Berlin kam, feierten wir in Bußland das 10jährige Jubiläum des Bestehens

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