Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 92)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 92 - Fortschritts unserer Bewegimg nur allein in der Leitung liegt. Mir scheint, daß die Verhältnisse bei der Leitung nur eine der Ursachen sind. Mir scheint, daß, je näher wir der Realisierbarkeit unserer Aufgabe kommen, desto augenscheinlicher uns der kolossale Umfang der großen Volksaufgabe wird, dio wir auf unsere Schultern genommen haben. Wir haben keine Parteiangelegenheiten übernommen, sondern eine große, gewaltige Volksaufgabe, und wenn es sich um eine Angelegenheit des ganzen Volks handelt und nur ein Teil des Volks dafür arbeitet, so ist es ungemein schwer, die Arbeit so rasch als möglich vorwärts zu bringen. Mir scheint, daß unser Bestreben dahin gelien muß, den Kreis der Arbeiter für diese große Volksaufgabe womöglich auszudehnen. Wir müssen für einzelne Zweige unserer Arbeit, für unser Volk arbeiten, selbstverständlich in erster Reihe uns bemühen, diejenigen Kreise dafür zu gewinnen, die zwar nicht vollständig unserm Programm beigetreten sind, aber gleichzeitig auch auf national-jüdischem Standpunkt stehen. Dadurch wird unsere Arbeit erleichtert; wenn die Arbeit vorwärtsgeht, bin ich sicher, daß das ganze Volk zu uns kommen wird. Und nun gehe ich zur eigentlichen Frage über, die uns jetzt ganz besonders beschäftigt. Hier handelt es sich nicht mehr um den Bericht des A. C, sondern um das Verhältnis der Leitung gegenüber der zionistischen Bewegung. Es handelt sich darum, ob die Leitung, wie dieselbe im Haag geschaffen wurde, sich bewährt hat und ob sie den großen Aufgaben unserer Bewegung entspricht. Wir verstehen darunter ein leitendes Organ, welches die Ideen und die Beschlüsse des Kongresses und des A. C, welches von einem Kongreß zum andern die Bewegung vertritt, in die Reihen der Mitarbeiter hineinträgt und die Ausführungen der Arbeiten überwacht.. Das leitende Organ sollte den einzelnen Institutionen über die Art der Arbeit Anleitung geben. Es sollte überwachen, wie die Arbeit in den einzelnen Ländern geleistet wird. Es ist wichtig, daß ein leitendes Organ zu jeder politischen Erscheinung, die uns berührt, klare Stellung nimmt. AVenn wir die Leitung in solcher Weise uns vorstellen und uns fragen, ob dieselbe tatsächlich in den letzten Jahren so war, so müssen wir' sagen, eine solche Leitung hatten wir leider nicht. Die Komitees der einzelnen Länder haben von der Leitung bloß die Aufforderung zur Sammlung von Schekolim und Beiträgen zum Parteifonds erhalten, aber keine Anregung zur Arbeit. Wenn sich eine Landsmannschaft an das politische Zentrum der Bewegung, an das E. A. C, gewendet hat um Aufklärung, wie sie sich zu einer politischen Bewegung verhalten sollen, konnte dieselbe keine En tscheidung erfahren. Präsident Wolffsolm (unterbrechend): Ich bitte, Fälle anzuführen. Delegierter Goldberg (fortfahrend): Ich werde gleich Fälle anführen. Als die große politische Umwälzung in der Türkei geschehen ist, die nicht nur in zionistischen Kreisen, sondern auch in der ganzen jüdischen Welt eine gewaltige Erhebung der Stimmung hervorgerufen hat, und wir in WiIn a von allen Seiten bestürmt wurden, weshalb wir dazu schweigen, da mußten wir eine ganze Zeitlang schweigen, weil wir dachten, daß es nicht ein lokales Ereignis der russischen Landsmannschaft ist, daß eine Stellungnahme dazu nicht von uns ausgehen könne, sondern vom E. A. C. Wir haben uns