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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 84

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 84 (sequence 84)
Language
German, English, Hebrew
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— 84 — aber Geheimräte (lebhafte Heiterkeit), die nur dazu da sind, um von allem unterrichtet zu sein, und die an vielen, verschiedenen Orten wohnen. Jeder muß Kopien eines jeden Briefes bekommen, damit er weiß, was vorgeht; eine Sitzung ist beinahe ein Ding-der Unmöglichkeit, es vergehen drei, vier Monate, man muß an 6 Herren schreiben, ob ihnen der Termin paßt, und erhält von jedem eine andere Antwort. Herr Dr. Kohan-Bernstein hat, als er Mitglied des E. A. C. war, überhaupt nicht geantwortet, Herr Ussischkin hat meistens nein gesagt, und die andern Herren haben entweder Ja, nein" oder „nein, ja" gesagt. (Lebhafte Heiterkeit.) Damit wußte ich absolut nichts anzufangen. Ich kann also sagen, wenn Sie wieder Leute wählen, die in der Leitung nichts anderes zu tun haben, als solche Geheimräte zu sein, die in der Ferne sitzen und von allem unterrichtet sein wollen und zwei-bis dreimal im Jahre zusammenkommen, um dann in 24 Stunden große Reden zu halten, wie ich sie nicht nur von Ussischkin, sondern auch von Marmorek und Greenberg usw. gehört habe, dann wird das keine Leitung sein; denn wir haben nicht nur Dinge, die in der Luft schweben, zu verwalten, sondern wir haben das Geld, das man uns anvertraut hat und das, Gott sei Dank, von Jahr zu Jahr wächst, zu verwalten. (Lebhafter Beifall.) Wenn eine Bewegung von mehreren Leuten geleitet werden soll, so sollen dies nur Personen sein, die ein Amt bekleiden und mitarbeiten. Geht es nicht an einem Orte, verteilen Sie die Sache. Aber jeder, der ein Amt annimmt im E. A. G., muß auch arbeiten (Lebhafte Zustimmung und Beifall.) Als man mich fragte, ob ich mit den einzelnen vorgeschlagenen Personen zufrieden bin, habe ich geantwortet, jeder von denen, die in Petersburg vorgeschlagen wurden, verdient meine größte Achtung. Auch Herr Stand, den ich sehr lieb habe, — ich weiß nicht warum. (Große Heiterkeit.) Herr Stand, wurde mir gesagt, ist gewiß gut, der hat Sie 4l/2 Jahre in Ruhe gelassen und er wird Sie noch weitere zwei Jahre in Ruhe lassen. Nehmen Sie, meine Herren, an, ich soll die Leitung übernehmen und die andern Herren sitzen in Lemberg, in Odessa, in Moskau und in Paris, und ich sitze in Köln oder in Berlin und soll als Leiter mit den Hei ren Konferenzen führen, wo manchmal in einer Minute eine Entscheidung getroffen werden muß. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wollen Sie ein größeres Aktionskomitee, dann müssen Sie Arbeiter hineinsetzen, die etwas zu tun haben. Denn Müßiggang ist aller Laster Anfang. So wie im Privatleben der Müßiggang für Leute, die sonst ausgezeichnete Menschen, — man sagt dann verdorbene Genies, — sind, die aber keinen Beruf haben, schädlich wirkt, noch viel schädlicher ist es, wenn eine Organisation von Leuten geleitet wird, die nichts anderes zu tun haben, als Ratschläge zu erteilen. (Lebhafte Zustimmung.) Ich bin der Ansicht und schlage Ihnen vor: Nehmen sie unsere Banken, nehmen Sie unsern Nationalfonds, schaffen Sie, — ein Palästina-

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