Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 83)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 83 — Dr. Brande Versprechungen für die galizische Bank gemacht habe, die nachträglich nicht gehalten wurden. Herr Dr. Braude, ich habe von dem, was Sie sagen, gewiß kein Recht zu behaupten, daß es nicht wahr ist. Ich glaube, daß Sie sonst die Wahrheit sagen, aber das kommt davon, wenn ein Rabbiner sich mit Bankgeschäften befaßt. (Heiterkeit — Lebhafter Beifall and Händeklatschen. — Unruhe.) Das ist ein Teil unsers Unglücks, daß bei uns die Bankiers Bücher schreiben und die Professoren Banken gründen. (Erneute Heiterkeit und Beifall.) Noch schlimmer aber ist es, wenn bei uns die Rabbiner Banken gründen. (Lebhafte Zustimmung.) Herr Dr. Braude, der keine Ahnung von solchen Sachen hat, bildet sich ein, ein großer Fachmann in Banksachen zu sein, er ist zu mir gekommen und hat ein Projekt zur Gründung einer Vorschußkasse vorgelegt. Ich habe Herrn Dr. Braude gesagt, wenn die Sachen sich so verheilten, wie Sie sie mir schildern, bin ich überzeugt, daß das Direktorium der Kolonialbank Ihnen das größte Entgegenkommen zeigen wird. Wenn Sie wirklich nachweisen, daß die Gelder, die Sie von der Bank verlangen, absolut sicher angelegt sind, werde ich mit allem, was mir zu Gebote steht, dafür eintreten. Ich habe die Herren vom Bankdirektorium gebeten, Herrn Dr. Braude, soweit es geht, entgegenzukommen. Sie sollten ihn nicht nur liebenswürdig behandeln, sondern die Sache eingehend prüfen. Die Herren haben die Angelegenheit in mehreren Sitzungen eingehend beraten und sind zu dem Entschluß gekommen, die Sache mag sehr gut für jede andere Bank sein, aber für die Jüdische Kolonialbank müssen die Gelder — und das habe ich durch die sieben Jahre, die ich Präsident wTar, eingeführt — so sicher wie Mündelgelder angelegt sein. Übrigens habe ich jetzt gehört, daß diese Bank bei der Jüdischen Kolonialbank Kredite bekommen und angenommen hat. Hier haben Sie den besten Beweis: In dem Augenblick, wo es möglich ist, eine jüdische Sache zu unterstützen, ist unsere Bank dabei. Sie ist nur dann nicht dabei, wenn Leute mit Vorschlägen kommen, die sie nicht für gut hält. (Beifall und Unruhe.) Jetzt komme ich zum Schluß und will Ihnen konkret sagen, wie ich mir vorstelle, daß die zionistische Organisation geleitet weiden soll. Ich spreche nur von der Leitung. Meine verehrten Herren! Die Führer aus Rußland, — ich weiß nicht einmal, ob alle Herren aus Rußland mit ihnen einverstanden sind, — haben gesagt, sie wollen ein Aktionskomitee von 8 Personen. Ich bin der Ansicht, — und diese Ansicht ist durch die Erfahrung bestärkt, die ich bereits gemacht habe, — daß dies ein Unglück für die Leitung wäre. (Ruf: Es wäre ein Unsinn! — Unruhe.) Ich hätte gar nichts dagegen, wenn 8 Personen, wenn 12 Personen, selbst wenn 15 Personen in der Leitung sind, wenn diese Personen Mitarbeiter wären, wenn diese Personen etwas im Aktionskomitee zu tun hätten. Das sind — ich will nicht sagen Ezesgeber — 6*