Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 82 (sequence 82)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3112-3479253
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 82 — Dank haben, denn wie ich bereits gesagt habe, bei uns stellt sich der Dank im günstigsten Fall erst dann ein, wenn man den Dank nicht mehr entgegennehmen kann. In den 4 Jahren seit dem Tode Herzls, in der schwierigsten Zeit, habe ich gearbeitet, als alles in Rußland und in Rumänien zerstört war und mir auch andere Landsmannschaften geschrieben haben, daß sie in den freien Ländern auch sehr stark unter den Pogromen gelitten haben; denn sie mußten Versammlungen veranstalten und haben große Ausgaben gehabt, so daß sie nicht einmal imstande waren, den Schekel abzuführen. Ich erinnere weiter an die Spaltung, die Zangwill in die Bewegung brachte. In allen diesen schwierigen Zeiten habe ich die Leitung geführt, und ich habe alles gegeben, was ich geben konnte. Wenn aber eine neue Einrichtung zu treffen ist, kommen die Herren nicht zu mir und fragen: Wäre es nicht besser, dies irgendwie anders zu machen? Nein, die Herren sitzen da und schreiben das ganze Jahr Artikel in den Zeitungen und sagen alles mögliche über uns, aber das, was wir sagen, wollen sie nicht hören. Ich werde jetzt über die Frage der Leitung meine Ansicht sagen, und es wird für den Ptrmanenzausschuß und auch für andere gut sein, daß sie mich hören. Bevor ich dazu komme, will ich aber Herrn Dr. Klausner und Herrn Dr. Braude die Antwort nicht schuldig bleiben. Wir haben eine hebräische Presse. Ich lese die hebräischen Zeitungen so oft ich Zeit habe sehr gerne. Wenn ich sie aber lese, tut mir das Herz weh, nicht weil ich so oft beschimpft werde, sondern die Art und Weise der Kritik ist eine so unangemessene, eine so übertriebene, so ohne jedwedes Verantwortungsgefühl geschriebene, daß mir die Leser leid tun. Wir werden so behandelt, daß ich wirklich keinen passenden Ausdruck dafür finde, um es zu kennzeichnen. Herr Dr. Klausner steht dem „Haschiloach" sehr nahe. (Ruf: Er ist der Redakteur!) Ich sage doch, er steht ihm sehr nahe. Diejenigen, die den „Haschiloach" lesen, wissen welche Artikel ich meine. Ich gebe nichts darauf, denn derselbe Dr. Klausner hat vonHerzl geschrieben, daß er ein Lügner und ein Verleumder ist. (Stürmische Pfuirufe. — Präsident gibt das Glockenzeichen) Ich gebe nichts auf derartige Ausdrücke, weil das seine Gewohnheit ist. Aber ich möchte nicht, daß dies im Zionismus einreißt, daß man diese Herren, die ein solches Verfahren hei uns einführen, ehrt, und nicht diejenigen Herren, die mit Leib und Seele für die Sache ruhig arbeiten und die Disziplin halten. (Lebhafte Zustimmung.) Ein Wort nur noch, bevor ich zu den Vorschlägen für die Leitung komme, über Herrn Dr. Braude. Herr Dr. Braude hat hier wieder von dieser Tribüne herab behauptet, was er schon mehrmals getan hat, und ich widerlegt habe, daß der Präsident der zionistischen Organisation, - jetzt ist etwas anderes daraus geworden, früher hieß es der Jüdischen Kolonialbank, — Herrn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.