Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 81

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 81 (sequence 81)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3111-3479252
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 81 — Warum haben, denn die Herren nicht protestiert, als man meine Person angegriffen hat? (Lebhafte Zustimmimg.) Wir haben, sagte ich, eine Bank in Jaffa, und sogar die Feinde haben zugegeben, daß diese Bank glänzend gearbeitet hat. Glauben Sie mir, meine Herren, unser Direktor Levontin ist der bedauernswerteste Mensch, den ich in der Bewegung kenne. Wie wird dieser Mann gekränkt und verfolgt, und wer tut es? Unsere Mitglieder des Aktionskomitees in Palästina halten Versammlungen und halten Reden, daß einem die Schamröte ins Gesicht steigt, und man schreitet sogar zu tätlichen Angriffen. Und wer ist das? Etwa Leute, die von der Sache etwas verstehen? Ich nehme es Dr. Kohan-Bernstein nicht übel, — er versteht es nicht, — wenn er als Mitglied des A. C. sagt, unsere Bank habe eine Fabrik erwürgt. Ich behaupte aber, daß das nur jemand sagen kann, der keine blasse Idee von kaufmännischen Dingen hat. (Ruf: Präsident der Bank!) Über die Bank selbst wird Ihnen der Präsident der Bank berichten. Ich möchte nur konstatieren, daß ich noch nie einen Beamten angestellt habe, mit dem die andern zufrieden waren. Ich fürchte, wir werden auch solche nicht bekommen, solange wir nicht in der Lage sind, alle Ansprüche auf Anstellung zu befriedigen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Jetzt komme ich wieder zur Hauptsache. Ich sagte vorhin, ich bin nicht mehr in der Lage, die Leitung zu übernehmen. (Lebhafte Hört, hört!-Rufe.) Warum soll ich nicht unter Freunden auch eine ganz persönliche, private Sache auseinandersetzen? Ich bin ein ganz gesunder Mensch — gewesen, ich habe mir zuviel zugemutet, und ich bin nun abgearbeitet. Ich möchte gern 2 Jahre Ruhe haben, um mich für die Bewegung noch zu erhalten. (Bravo, bravo!) Wird sich nach 2 Jahren herausstellen, daß andere die Sache besser gemacht haben, werde ich gewiß der erste sein, der sie segnet. Wird es nicht der Fall sein, dann werden Sie mich haben. Mich werden Sie für alles haben, was die zionistische Sache fördert. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Es ist nicht wahr, daß ich nur der praktische Kaufmann bin. Der bin ich wohl, " aber nicht im Zionismus. Ich bin nicht hingekommen, um im Zionismus Geschäfte zu suchen, ich wüßte mir wahrhaftig eine bessere Stelle, um Geschäfte zu machen. Ich bin hierher gekommen, weil mir der Zionismus mehr ist, als eine Phantasterei, weil mir der Zionismus mehr ist, als die hebräische Sprache, die ich auch sehr lieb habe, oder irgendeine kulturelle Sache, sondern wreil mir der Zionismus mein Leben, mein Volk, mein Alles ist. (Stürmischer, langanhaltender Beifall und Händeklatschen.) Ich habe die Bewegung 4^2 Jahre in der schwierigsten Zeit geleitet. Ich habe dafür nie irgendwelches anerkennende Wort gehört. Ich warte auch nicht darauf, ich will wahrhaftig keinen 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.