Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 80

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 80 (sequence 80)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476272--3110-3479251
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 80 — nicht lange warten, ich wäre schon reisefertig. Wenn es notwendig wäre, nach Konstantinopel zu gehen, oder wenn es möglich gewesen wäre, nach London zu gehen, ich wäre bereits gegangen. Was Berlin betrifft, so habe ich gegen die Stadt, ob sie nun protestantisch ist oder katholisch wäre, gar nichts. Was wollen wir aber in Berlin tun, nachdem man nur praktische Arbeit, aber keine Politik betreiben will? In Berlin würden wir höchstens Durchreisende haben, die uns bei der Arbeit stören. (Heiterkeit.) Ich werde für Köln kein Wort einlegen, es wäre zu spät, aber ich will Ihnen doch sagen, was wir in Köln geschaffen haben. Wir sind, — darauf achten die Herren nicht, die Ziffern sind ihnen egal, es ist ihnen nur unangenehm, wenn ich ihnen die kleinen Ziffern der von ihnen gesandten Schekel vorhalte und schreibe: schicken Sie den Schekel! — wir sind das erste Mal auf einem Kongreß, bei dem die zionistische Organisation keine Schulden hat. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Es ist das erste Mal, daß wir keine Schulden haben. (Delegierter Scheinkin macht einen Zwischenruf.) Herr Scheinkin, Sie sagen, die Subvention für das Hebräische Gymnasium? Das haben Sie schon öfters gesagt. Das ist aber nicht richtig. Das E. A. C. hat Ihnen niemals eine Subvention für das Hebräische Gymnasium bewilligt, hat im Gegenteil Ihr Gesuch ausdrücklich abgelehnt. Wir haben keine Schulden mehr, wir sind unsern Verpflichtungen nachgekommen, wir haben jetzt ein Personal, welches arbeitet, wir haben zum ersten Male, bis auf einzelne Teile, eine vollständig komplette, kaufmännische Buchhaltung, die notwendig ist, wenn man fremde Gelder verwaltet. Leider Gottes ist der Obmann des Revisionskomitees, Herr Feldstein, krank geworden und hat daher einen Stellvertreter einsetzen müssen, der mit der Piüfung noch nicht fertig ist. Sie werden aber einen Bericht darüber bekommen, daß alles in bester Ordnung ist. Wir haben die besten Beamten: glauben Sie, daß das leicht ist? Haben Sie mich unterstützt? Wodurch? Durch Ihre Ratschläge? Bei jedem Beamten, den ich angestellt habe, hat man mir Schwierigkeiten gemacht, ist man gekommen und hat ihn zu verleumden und hinauszudrängen versucht. Ich habe nie geprüft, ob ein Beamter dieser oder jener Partei angehört, ich habe ihn nur geprüft, ob er tüchtig für den Posten ist, für den ich ihn anstelle. (Lebhafter Beifall.J Wir haben eine Bank in Jaffa, und da kommt Herr Dr. Kohan- Bernstein von Jaffa und macht uns Vorwürfe. Er spricht von den hohen Herren von der Regierung .... er selbst gehörte ja der Regierung durch zwei Jahre an, er war nicht nur hoch, sondern auch weit entfernt, denn in den zwei Jahren habe ich von ihm nichts gesehen, als bloß zwei Postkarten, nicht bei einer Sitzung war er. (Rufe: Das ist persönlich!) Ich werde persönlich, denn ich bin auch eine Persönlichkeit, die angegriffen wurde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.