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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 74

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 74 (sequence 74)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 74 — habe. Ich habe es bereits gesagt, es waren verschiedene Vorwürfe, die seitens der österreichischen Landsmannschaft erhoben wurden, und ich muß annehmen, daß die österreichische Landsmannschaft dafür verantwortlich ist. Sie hat ihr eigenes Organ, die ,;Jüdische Zeitung". Von der ersten Minute seit dem vorigen Kongreß wurde ich von ihr verfolgt. Ich bin gerade nicht sehr feinfühlig, aber in den letzten Wochen hat man z. B. geschrieben, daß ich den Kongreß majorisieren wolle durch Kandidaten, die ich den Landsmannschaften empfohlen habe, die Wahlen werden nicht anerkannt werden, hieß es, usw. Nun denke ich, die Zeitung hätte wohl die Möglichkeit gehabt, in Köln anzufragen, wie die Sache eigentlich liegt, bevor sie derartige schwere Anklagen publizierte. Das geschieht aber nicht. Ich wurde angegriffen, als wenn die Leitung der schlimmste Feind des Zionismus wäre. Dabei ist aber die Sache so unschuldig wie nur möglich. Aus Rußland, aus Amerika und selbst aus Österreich wurde mir mitgeteilt, der Kongreß werde, weil er im Winter stattfindet, nicht besucht sein. Ich habe mir gesagt, dem muß abgeholfen werden; ich werde daher Kandidaten, die sich bei mir melden, zur Wahl empfehlen, und kann Ihnen beweisen, daß ich wahllos die Namen der Kandidaten, die mir aufgegeben wurden, der Reihe nach an die Landsmannschaften übermittelt habe. Es hätte genügt, wenn die „Jüdische Zeitung" bei mir angefragt hätte, dann hätte sie eine aufklärende Antwort erhalten. Noch eins: Die ,;Jüdische Zeitung" brachte einen Artikel über die Affäre Warburg-Cowen und bemerkte dazu: Ein solches Vorgehen ist unerhört! Als aber unser Freund Ussischkin 4 Wochen vor dem vorigen Kongreß als Mitglied des E. A. G. Reden gehalten und auf dem Kongreß eine Broschüre verbreitet hat, in der zumindest leichtfertige Unwahrheiten enthalten sind, die nur zu dem Zwecke ausgestreut wurden, um unsere Institutionen, die Direktoren der Kolonialbank und den Präsidenten unserer Bewegung in skanda- / löser Weise herunterzumachen, wo war da die Entrüstung der „Jüdischen Zeitung"? (Lebhafte Zustimmung und große Unruhe.) Die Unwahrheiten kann ich Ihnen leicht beweisen. Herr Ussischkin behauptete, — das eine Beispiel dürfte genügen, — daß die Jüdische Kolonialbank durchschnittlich keine 2 Prozent gegeben habe, und fügte hinzu, daß diese winzige Dividende, die die Jüdische Kolonialbank verteilt, nur den Dividenden der A. P. C. zu verdanken sind, welche 4 Prozent Dividende verteilt hat, die dem J. C. T. zugute gekommen sind. Herr Ussischkin als Mitglied des Aufsichlsrats mußte wissen, daß die Jüdische Kolonialbank bis zu jener Zeit noch keinen Pfennig von der Dividende der A. P. C. erhalten hat, daß vielmehr 50 oder 70 tausend Pfund der Jüdischen Kolonialbank zinsenlos jahrelang bei der A. P. C. gelegen haben, wodurch hauptsächlich sie keine hohe Dividende geben konnte. Ist das ein

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