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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 73

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 73 (sequence 73)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 73 — sischen Zionisten sich versammeln, um über russische zionistische Interessen zu beraten, sie dürfen aber dabei die allgemeinen zionistischen Interessen nicht außer acht lassen. (Lebhafter Beifall.) Ich bereite Sie nun wieder auf ein hartes Wort vor. Ich habe kein großes Vertrauen zu den Führern der russischen Landsmannschaft, ich will auch den Grund dafür sagen. Die russische Landsmannschaft war seit dem Bestehen des Kongresses nicht in der Lage, für sich einen Präsidenten za wählen. (Rufe: Sie ist demokratisch!) Ich bitte, ich werde Ihr demokratisches Prinzip auch beleuchten. Die russische Landsmannschaft hat, ich betone dies, nie einen Präsidenten, sie hat immer fünf. Das demokratische Prinzip ist an sich sehr schön, ich glaube aber, daß darin nicht der Grund liegt, sondern weil es in der russischen Landsmannschaft Streitigkeiten zwischen den einzelnen Persönlichkeiten gibt, und ich will es beweisen. Wenn man ein Aktionskomitee wählen will, das die Bewegung leiten soll, so fragt man nicht zuerst, ist die Person tauglich, sondern man sagt, Rußland muß vertreten sein, Österreich muß vertreten sein usw., und dann erst sagt man, wir nehmen dazu die besten Personen. Die Verhältnisse in Rußland liegen aber so, daß es sich nicht um die Einflußnahme einer Person handelt, sondern wir haben dort gleich siamesische ZwillingeSehen Sie sich einmal die siamesischen Zwillinge Ussischkin und Tschlenow an, die werden zusammengepaart. Es heißt nicht: die russischen Zionisten sollen vertreten sein, sondern: wenn Tschlenow gewählt wird, muß auch Ussischkin hinein, und wenn Ussischkin gewählt wird, muß auch Tschlenow dabei sein. Das ist wohl auch ein demokratisches Prinzip. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall. — Widerspruch.) (Ein Delegierter: Ich bin nicht aus Kußland, entschuldigen Sie, Herr Präsident, aber es ist mir peinlich, das zu hören.) Geehrter Kongreß! Es ist manchem unangenehm, dies zu hören; ich habe aber nicht angefangen and habe niemals vorher solche Reden im Kongresse gehalten. Wenn aber die Führer der Opposition gestatten, daß ihre Delegierten ohne Widerspruch alles mögliche auf die Leitung aasgießen, so handle ich im Interesse der zionistischen Bewegung, wenn ich die Organisation in Schutz nehme, wenn ich die Leitung, die Sie selbst gewählt haben, zu verteidigen suche. Ich möchte noch der österreichischen Landsmannschaft Erwähnung tun. Es heißt jetzt, Österreich muß in die Leitung hinein, ein Kompromiß ist dazu mit Rußland geschlossen worden. (Rufe: Nein!) Wer ruft nein? (Rufe: Wir sind Österreicher, wir wissen es besser!) Also kein Kompromiß. Sie wissen von nichts? Es gibt auch Dinge in der zionistischen Bewegung, die ich nicht weiß, warum soll es nicht Dinge geben, die auch Sie nicht wissen. (Heiterkeit.) Die Österreicher machen mir den Vorwurf, daß ich die österreichische Landsmannschaft vernachlässigt

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