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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 70

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 70 (sequence 70)
Language
German, English, Hebrew
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— 70 — genug. Zangwill hat bei uns eine große Idee hinein getragen, die für den Zionismus gewiß nicht getaugt hat. Nossig kam mit neuen großen Ideen, und reist jetzt herum und arbeitet gegen den Zionismus. Gefallen Ihnen diese großen Ideen: „Ito", „Aiko" und die andern schön klingenden Namen? Sind das große Ideen? Meine Herren! Für mich ist die Idee des Zionismus groß genug, ich will wahrhaftig keine neue Idee. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Die Herren fragen immer, was sie tun sollen, warum sie keine Initiative von mir bekommen; wenn ich aber eine Initiative ergreife, da sagt man. das hängt ja mit Gelddingen zusammen, was geht uns das an! Der Kongreß hat z. B. beschlossen, einen Parteifonds zu gründen. Da hat mir die russische Landsmannschaft gesagt, wir können nur für konkrete Sachen sammeln. Die österreichische Landsmannschaft, die mit der russischen in vielen Dingen in einem Kompromiß steht, hat sich ihr angeschlossen und hat ungefähr dasselbe gesagt Solche Antworten habe ich von verschiedenen Landsmannschaften gehört. (Unruhe, Zwischenrufe.) Meine Herren! Ich mache die Bilanz. Eine Bilanz besteht darin, daß man das, was man eingenommen und ausgegeben hat, ganz genau verbucht. Was ich gestern und heute hier eingenommen habe, haben Sie gehört; jetzt müssen Sie auch das, was ich ausgebe, anhören! (Heiterkeit.) Wenn Sie also von großen Ideen sprechen, so glaube ich, daß für uns die größte Idee der Zionismus sein muß und wir in erster Linie dafür zu sorgen haben, daß die Organisation uns erhalten bleibt. Wenn Sie aber große Ideen wollen für die Kultur und alle schönen Dinge, warum arbeiten Sie nicht dafür? Warum tun Sie selbst nichts, warum reden Sie nur immer? (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich bin nicht in der Lage, von Köln aus, auch von Berlin aus nicht, wenn das Bureau dahin übersiedeln wird, den ganzen Erdball zu leiten. Die Österreicher haben mir sogar den Vorwurf gemacht, daß ich mich nicht in die österreichische Politik eingemischt habe (Oho-Bufe), daß ich nicht zu ihren Fragen Stellung genommen und sie nicht unterstützt habe. Wir haben schon darüber einmal gesprochen. (Zwischenrufe und Unruhe. Der Vorsitzende mahnt zur Ruhe.) Ich glaube, wir werden viel weiter kommen, wenn Sie von der Leitung nur so viel verlangen, wie Ihnen die Leitung geben kann. Dabei ist die erste Bedingung, daß Sie selbst mitarbeiten. Bei uns hören wir immer dieselben Redensarten, was alles geschehen müßte: Wir müßten die Juden im Orient vereinigen! Das E. A. C. soll dafür Sorge tragen, daß das jüdische Leben überall pulsiere. Es ist merkwürdig, wenn ich einen von den Herren dann ganz ruhig frage: Ist eine Ortsgruppe bei Ihnen? bekomme ich meist zur Antwort: Bei uns ist ein so steiniger Boden, bei uns kann gar

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