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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 69

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 69 (sequence 69)
Language
German, English, Hebrew
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— 69 — klatschen.) Was der Kongreß beschließt, ist die Leitung in erster Linie verpflichtet ganz genau zu beobachten; ich habe kein Recht, zu untersuchen, ob es richtig ist oder nicht, ich suche nur Beschlüsse, die ich nicht für richtig halte, auf dem Kongreß zu verhindern. Hat der Kongreß aber einen Beschluß gefaßt, dann muß ich ihn ausführen; das ist meine Ansicht über Beschlüsse des Kongresses, und das gilt auch von den Beschlüssen des A. C. Man macht mir, — ich weiß es genau, — den Vorwurf, daß ich zu stark und energisch bin. Und dieselben Herren machen mir auch, — und das können Sie in denselben Reden hören, — den Vorwurf, daß ich ein Schwächling bin. Stark bin ich, wenn es ihnen paßt, schwach bin ich ebenfalls, wenn es ihnen paßt. Mit andern Worten, sie sind unzufrieden, und da suchen sie nach Gründen. Wie das möglich ist, daß ich zugleich stark und schwach bin, dieses Geheimnis werde ich Ihnen verraten: Die Leute, die meinen, daß ich stark sein soll, meinen immer, stark gegen ihre Gegner, wenn ich aber schwach sein soll, soll ich immer gegen sie schwach sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und zeige ich einmal die Faust und sage: Nein, ich verlange, daß es so sein soll! dann kommen die Herren und sagen, wie Herr Dr. Pasmanik, ich bin autokratisch, wie Herzl es war. Wenn ich aber anderseits nachgebe, sagen die Gegner: er ist ein Schwächling, er will mit jedem gut leben und auskommen. Meine Herren! Ich habe noch niemals, — ich kann dies vor Gott und der Welt verantworten,—Dinge, die ich nicht für richtig gehalten habe, vertreten, und auch niemals bei Dingen nachgegeben, wo ich mir gesagt habe, es wäre ein Fehler, nachzugeben. Ich brauche nicht darauf stolz zu sein. Es ist selbstverständlich, daß alles, was ich getan habe, im Interesse der Bewegung geschah, und daß ich nicht anders handeln konnte. Sie verlangen: große Ideen soll ich haben; ich kann nicht mehr geben, als ich besitze, mehr ist unmöglich. Was sind diese großen Ideen? Herr Dr. Brande sagte, wir sind zu einem Amte heruntergesunken. Ich bin anderer Ansicht; das Amt halte ich für außerordentlich wichtig. Ich bitte, mich nicht mißzuverstehen, ich meine nicht, daß der Zionismus nur darin bestehen soll, Schekel zu sammeln und das Bureau zu leiten, — die Idee ist gewiß das wichtigste. Aber wenn man eine Organisation hat, muß dieselbe auch gut organisiert sein. Wenn man z. B. ein Parlament hat, muß Disziplin sein, wenn man Redefreiheit verlangt, muß man auch einen andern Redner an hören, ohne Ordnung haben die Einrichtungen keinen Zweck. So ist es auch mit der Organisation. Als Präsident der Organisation muß ich für eine gute Organisation sorgen, und was ich in dieser Hinsicht in den letzten zwei Jahren geleistet habe, werde ich Ihnen ganz kurz mit wenigen Werten später beweisen. Von den großen Ideen aber, die bei uns hineingetragen werden, habe ich

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