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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 64

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 64 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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— 64 — Präsident Dr. Nordau: Ich bitte die Herren Delegierten wiederholt, auf den Plätzen zu bleiben und Stille zu beobachten. Das Wort hat nun Herr Delegierter Greenberg. Delegierter Greenberg (mit Beifall und Widerspruch empfangen) spricht englisch. Präsident Dr. Nordau: Die Rede des Delegierten G-reenberg wird in kurzem Auszuge von Herrn Kann übersetzt werden. (Lebhafte Unruhe.) Bei einer solchen Unordnung sind Verhandlungen nicht möglich. Wenn nicht Ruhe wird, werde ich die Sitzung aufheben. Es ist zwecklos, unsere Zeit zu verlieren, wenn immer hin und her gegangen wird und die Delegierten nicht Rulie beobachten. Mitglied des E. A. C. Jacobus Kann: Herr Greenberg machte zunächst einige Bemerkungen gegenüber dem, was Herr Dr. Brau de gesprochen hat. Dieser äußerte sich über die Bank in Galizien, und Mr. Greenberg sagte, daß bei der Kolonial-Bank diese Sache sehr wohl durchgesprochen wurde. Dr. Brande war in London, er war bei sämtlichen Direktoren der Bank. Man ist auf die Idee Braudes vor allem deshalb nicht eingegangen, weil man wünschte, das Geld der Bank hauptsächlich in Palästina anzulegen (Beifall, Widerspruch und große Unruhe) und nicht in Galizien festzulegen. (Rufe: Und wurde es angelegt?) Darauf kann ich nicht eingehen, denn ich übersetze ja bloß, was Herr Greenberg gesagt hat. HerrGreenberg kam auch darauf zu sprechen, daß Delegierter Stand versucht habe, den praktischen und politischen Zionismus einander entgegenzustellen. Es war nie so gemeint, daß, wenn von praktischem oder politischem Zionismus gesprochen wird, hier ein Gegensatz bestehen könnte. Herr Greenberg behauptet, daß politischer und praktischer Zionismus sich vollkommen decken können. Er führt hierfür ein Beispiel an. Vor einigen Monaten waren türkische Delegierte in England und wurden von den Zionisten empfangen. Sir Francis Montefiore war so gefällig, dies zu besorgen. Und es hat sich herausgestellt, daß die türkischen Delegierten sich schon . e-ine feste Ansicht über den Zionismus gebildet hatten. Man hatte die Herren aber verkehrt informiert, und der Empfang in London war in der Richtung nützlich, daß die Herren eines Besseren belehrt wurden. Was nun die praktische und politische Arbeit betrifft, so meinte er, daß hier ein Beispiel vorliege, wo praktische und politische Arbeit sich vollkommen decken (Lebhafter Beifall einerseits, Widerspruch anderseits.) Die Herren sind nach der Türkei zurückgegangen mit einer bessern Meinung vom Zionismus, als sie nach London mitgebracht hatten. Herr Greenberg war zwei.Jahre Mitglied des E. A.C. und er hat gesehen, daß die Mitglieder des E. A. C. jede Proposition gefördert haben, die bezweckte, praktische Arbeit in Palästina zu leisten. Er behauptet, daß Professor War bürg nicht der einzige war, sondern daß auch die andern Mitglieder des E. A. C. vernünftige Vorschläge für praktische Arbeit gefördert haben. Jeder Zionist, sagt er, ist praktischer Zionist. Man darf nicht sprechen von Zionisten, die koscher sind, und solchen, die es nicht sind. Herr Greenberg wendet sich auch gegen die Frage, die von Herrn Stand aufgeworfen wurde, um War bürg gegen Wolffsohn auszuspielen. Als er (Greenberg) im E. A. Cwar, war er zufrieden mit dem Führer; aber die Sache sei nicht gut eingerichtet; für verschiedene Ressorts muß man verschiedene Arbeiter haben, einen als Führer, einen als Organisator der Bewegung und einen für die Finanzen. Man muß vorsichtig sein damit, einen Unterschied zu machen zwischen Zionist und Zionist. Es soll kein Unterschied bestehen, es ist nicht unsere Sache, die Meinungsverschiedenheiten noch größer zu machen. Wir müssen alle zusammen arbeiten, denn das Arbeitsfeld ist groß genug. (Lebhafter Beifall und Widerspruch.) Delegierter Dr. Weizmaiin: Geehrter Kongreß! Es ist bei Beginn der Sitzung verkündet worden, daß der Permanenzausschuß sich um 12 Uhr versammelt. Da aber der Präsident des A. C. jetzt das Wort ergreifen wird, schlage ich vor, daß der Permanenzausschuß sich sofort nach der Rede des Präsidenten im Hochzeitssaale versammelt.

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