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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 60

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 60 (sequence 60)
Language
German, English, Hebrew
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— 60 — In dem Momente, wo die Verfassung der Türkei gegeben wurde, ist plötzlich ein Taumel unter den Zionisten entstanden und man verlangte, daß die Leitung nach Konstantinopel oder nach Jerusalem verlegt werde. Ich habe nichts gehört davon, ich weiß es nicht. Gewiß wäre es-unreif, heute die Leitung nach Palästina oder nach der Türkei zu verlegen, was aber der Wunsch des ganzen Volkes ist, den ich herausgehört habe, ist — mag die Leitung in Köln oder Berlin bleiben: — die Arbeit muß in Palästina sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das will man, das ist unser Zweck. Wenn wir Menschen dorthin schicken, die das Land bebauen, die die Industrie entwickeln, wenn wir dort Steuerzahler werden, wenn wir eine größere Zahl dort entwickeln, dann geben wir, wenn wir uns ruhig verhalten, und das nehme ich von unserem Volke an, der Türkei die Garantie, daß wir ruhige Bürger sind und die nationale Autonomie unserer Körperschaft wollen. Das ist unser Standpunkt, den wollte ich betonen. Ich will noch eins sagen. Es ist jetzt ein sehr wichtiger Augenblick in der Türkei gekommen. Die Türkei hat eine Verfassung bekommen. Noch ist sehr viel Baum da, Möglichkeiten für uns zu entwickeln. Wenn wir noch 10 oder 20 Jahre warten, geht uns die Konjunktur verloren. Dann können wir es erleben, daß wir vielleicht einen politischen, aber sicher keinen - praktischen Zionismus, haben werden. Im Interesse des Zionismus, der Werte schaffen will, wählen wir diesen Weg und wählen wir jene Leute zu unsern Führern, die uns sagen, wir wollen diesen Weg gehen. Wollen Sie, wird es zum Heil unserer Bewegung sein. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Brande (mit Beifall begrüßt): Es ist für die Mitglieder des Großen A. C. eine scheinbar mißliche Lage, als Kritiker der Parteileitung und ihrer Tätigkeit aufzutreten. Es könnte scheinen, als trügen sie selbst die Verantwortung für alle die* Fehler und Unterlassungen, welche der Parteileitung zum Vorwurf gemacht wurden. Allein, meine sehr geehrten Herren, ich glaube, die erste Pflicht gerade der Mitglieder des Großen A. C. besteht darin, dem Kongreß Rechenschaft über das zu geben, was geschehen ist, und in erster Linie Rechenschaft darüber zu geben, wie sich die Institutionen der Parteileitung, welche der letzte Kongreß geschaffen hat, bewährt haben. Von diesem Gesichtspunkte, meine sehr geehrten Herren, möchte ich meine Aufgabe erfassen. Ich möchte Ihnen in erster Linie sagen, wie sich das E A. C. als Institution in seiner heutigen Form und Zusammensetzung bewährt hat. Wer die Geschieht«4 der letzten Kongresse und wer die Entstehungsgeschichte des E. A. C. in seiner gegenwärtigen Gestalt kennt, weiß, daß das E. A. C. in seiner heutigen Form ein Experiment des letzten Kongresses gewesen ist. Man ist von der Überzeugung ausgegangen, daß ein Mann an die Spitze der Partei gestellt, werden soll, ausgestattet mit der ganzen Autorität eines Parteiführers, und man ist weiter von der Überzeugung ausgegangen, daß dieser Mann das Recht, hat, sich seine Mitarbeiter zu wählen, deren persönliche Auswahl sowohl als deren Zahl zu bestimmen. Heute steht vor uns das E. A. C. als Produkt der Willensäußerung unseres gegenwärtigen Präsidenten. Wenn wir heute darüber Rechenschaft geben, was das E. A. C. geleistet und wie es sich bewährt hat, so versuchen wir auch, Ihnen die Wege zu zeigen, welche für die Zukunft einzuschlagen sind. AVenn ich die Aufgabe und die Fragestellung so fasse, . so muß ich sagen, das E. A. C hat sich in seiner heutigen Zusammensetzung, in seiner heutigen Art der Geschäftsführung nicht bewährt. Es hat sich aus dem Grunde nicht bewährt, weil es einer großen Gefahr nicht ausweichen konnte, die im Grunde genommen die schleichende Gefahr einer jeden großen Bewegung ist, die zur Macht gelangt und die sich entfaltet. Das E. A. C. hat die Bewegung in die Bahnen des Bureaukratismus hinübergeleitet, welcher den Tod des Geistes bedeutet. (Zustimmung.) Wir haben eine große Reihe von Institutionen, und es ist das formale Verdienst der gegenwärtigen Partei-

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