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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 57

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 57 (sequence 57)
Language
German, English, Hebrew
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— 57 — entspricht, dem Redner die Frist zu verlängern. Mach Ablauf der zweiten zehn Minuten habe ich diese Empfindung nicht mehr. Ich werde Sie also darüber abstimmen lassen. Diejenigen, die dafür sind, daß der Redner weiterspreche, wollen die Hand erheben (geschieht). Diejenigen, die für Schluß sind, wollen die Hand erheben. (Nach einer Pause.) Der Redner spricht weiter. Dr. Kohan-Bernstein (fortfahrend): Ich danke für das Vertrauen und werde es nicht mißbrauchen. Ich bitte vor allem um Entschuldigung wegen meiner vielleicht etwas schroffen Form der Entgegnung, aber sie war unwillkürlich. Ich bin nicht der Mann in unserer Organisation, der jemals nach etwas gestrebt hat. Der Zwischenruf von oben hat mich berührt und ich mußte darauf reagieren. Präsident TVolffsohn: Sie wußten nicht, was ich damit gemeint habe. Delegierter Dr. Könau-Bernstein: Ich weiß, was „Aha!" heißt. Präsident Wolifsohn: Meine Gedanken werde ich nachher zum Ausdruck bringen. Dazu brauche ich Sie nicht. Delegierter Dr. Könau-Bernstein (fortfahrend): Die Begründung habe ich gegeben. Ich glaube, man kann ans einigen Rücksichten dagegen sprechen, und ich mache Sie auch darauf aufmerksam, es ist nötig, daß die künftigen Berichte inhaltsvoller über Palästina sind. Zu dem Zwecke, daß wir in steter Fühlung mit dem Exil stehen und immer rechtzeitig unsere Fragen und Forderungen an die Leitung stellen können, ist es, wie ich schon sagte, nötig, daß wir 1. eine Landsmannschaft, ein Landeskomitee bilden. 2. Müssen wir auch ein Mitglied des E. A. C. in Palästina haben. Es werden sich vielleicht dort Leute finden und eventuell werden sie von Europa übersiedeln können, um dort diese Stelle einzunehmen. Man sagt, es ist gefährlich, in der Türkei eine zionistische Landsmannschaft zu gründen. Wenn wir aber so öffentlich unsere Vertreter aus der Türkei begrüßen, und wenn wir so oft in der Presse über unsere Tätigkeit sprechen, — und etw"as illegales ist unsere Tätigkeit nicht, — können wir auch in Palästina ein solches Komitee bilden. Wenn wir ein solches Komitee haben, wird es nicht dazu kommen, daß man uns verleumdet. Nur durch diese Geheimnistuerei kommt es vor, daß durch Mißverständnisse verschiedener Art in die Presse Gott weiß welche Stimmen hineingelangen. Es ist unbedingt notwendig, damit unsere Institute loyal zionistisch bleiben sollen, daß sie eine ständige Kontrolle über ihre Tätigkeit erhalten. Ich spreche nicht von der Finanzkontrolle. Dazu haben wir unsere Revisionskommission Ich spreche nur darüber, daß unsere Institute wirklich den zionistischen Charakter beibehalten. Nur wer in Palästina selbst wohnt, der weiß, wie die kleinen Leute, wenn sie dorthin kommen, in dieser Hinsicht enttäuscht sind. Die Leute sind von weither mit großen Opfern hingereist und begegnen dort einer feindseligen Haltung, die keine Möglichkeit zu einer ernsten Arbeit gibt.. Ich habe meine Forderungen aufgestellt. Wenn wir zu der Frage der Organisation kommen, werde ich sie nochmals aufstellen und formulieren. Nur so ist es möglich, zu erreichen, daß die Kultur richtig friedlich Hand in Hand soavoIü mit den Misrachim als auch mit den Autgeklärten vorwärtsschreitet und unsere Institute von den zionistischen Geldern bereichert werden. Nur dann ist dies möglich, wenn wir in Palästina einen Teil unserer Regierung und ein eigenes Landeskomitee haben werden. (Beifall. — Widerspruch.) Delegierter Beutwich (zur Geschäftsordnung): Meine Herren und Damen! Diese Debatte sollte bereits heute früh zu Ende sein. ' Da bereits 80 Redner vorgemerkt sind und wir bisher nur H gehört haben, mache ich den Vorschlag, daß wir die Rednerliste schließen und Generalredner wählen. Präsident Dr. Nordau: Mr. Bentwich schlägt vor, daß die Rednerliste geschlossen werde und daß die eingetragenen Redner — es sind noch 72 Generalreclner wählen. Dr. Tschlenow übersetzt den Antrag ins Russische. Präsident Nordau: Wünscht jemand dagegen das Wort zu nehmen?

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