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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 50

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 50 (sequence 50)
Language
German, English, Hebrew
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— 50 — Zionismus muß einen neuen Weg einschlagen; wir müssen der Leitung sagen, jetzt ist eine äußerst günstige Wendung eingetreten. Wir müssen anfangen, zu arbeiten. Vor allem müssen wir auf jeden Fall absolute Gewißheit darüber haben, woran wir sind. Es gibt für uns kein Wenn und Aber und kein Warten, sondern einzig und allein Palästinaarbeit. (Beifall.) Wir werden über die einzelnen Punkte, über die Bank, über den Nationalfonds und über die Olbaumspende bei einer andern Gelegenheit sprechen. Aber jetzt müssen wir uns alle das große Ziel vor Augen halten, das allerletzte Ziel des Zionismus: die Regeneration unseres Volkes als eines neuen produktiven Israel in unserm heiligen Lande. Vernachlässigen wir nicht die Geistesaufgaben, die uns gestellt worden sind. Beherzigen wir die Worte jener Leute, die uns klar sagen was der Zionismus tun soll. Dann wird der IX Zionistenkongreß noch bedeutender gewesen sein als der erste; denn er ist überflutet von dem neuen Sonnenschein des Orients, und wir sind ein Teil des Orients, und wir wollen vom Orient wieder neues Sonnenlicht in den Okzident senden (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Tschlenow: Das Wort hat der Berichterstatter des Legitimationsausschusses, Herr Julius Simon, Mannheim. Bericht des Legitimalioiisaiissclmsses Berichterstatter des Legitimationsausschusses Julius Simon: Geehrter Kongreß! Im Namen des Legitimationsausschusses habe ich die Ehre, Ihnen das Resultat der Wahlprüfungen mitzuteilen. Von den 430 Wahlen, die vollzogen wrurden, konnten 380 unbeanstandet bleiben, da sie im wesentlichen den Vorschriften des Organisationsstatuts entsprachen. Von' den übrigen Wahlen i»t folgendes zu sagen: Aus Deutschland lagen drei Proteste vor gegen die . Wahl in Königsberg, in Posen und in Nürnberg. (Unruhe und Rufe: Lauter.) Ich kann nicht so laut sprechen, daß ich die Summe der Stimmen der Dazwischenredenden übertönen könnte. Das deutsche Zentralkomitee hat dabei Wahlen in Königsberg und Posen kassiert und neue Wahlen angeordnet. Der Legitimationsausschuß hält es für seine Pflicht zu betonen, daß seiner Ansicht nach die Leitung der deutschen Landesorganisation damit ihre Kompetenzen überschritten hat. _ Die Kassation einer Wahl kann nur nach Prüfung durch den Legitimationsausschuß vom Kongreß vorgenommen werden. Die einzelnen Beanstandungen sind teils für unbegründet erachtet worden, teils hat der Legitimationsausschuß feststellen können, daß die Beanstandungen keinen Einfluß auf das Wahlergebnis gehabt hätten, selbst wenn man diesen Beanstandungen stattgegeben hätte Der Legitimationsausschuß beantragt daher, sämtliche deutsche Wahlen zu genehmigen. Aus Rußland lag ein sehr ausführlich begründeter Protest bezüglich der Wahlen vor, die in Odessa stattfanden. Der Legitimationsausschuß hat zur absoluten Klarstellung der Vorgänge vor und bei der Wahl in Odessa einen Experten der russischen Landsmannschaft vernommen und sodann festgestellt, daß der Protest nicht hinreichend begründet ist. Die Gewählten haben übrigens einen ganz außerordentlichen Vorsprung an Stimmen gegenüber den bei der Wahl Unterlegenen. Wir beantragen daher, auch sämtliche russische Wahlen zu genehmigen.

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