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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 49

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 49 (sequence 49)
Language
German, English, Hebrew
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— 49 — Rede Wolffsohns wäre früher gehalten worden, und ich wünschte auch, der erste Teil der Rede Nordaus wäre überhaupt nicht gehalten worden (Beifall und Widerspruch). Denn, meine Verehrten, obgleich wir Träumer sind, solche Träumer sind wir doch nicht, daß wir glauben, daß an dem Tage, wo der Yildiz-Kiosk gefallen war, uns Herr WohTsohn gleich das Beth Hamikclosch aufbauen wird. Das geht nicht. Was wir, die den Zionismus zu den Massen tragen müssen, haben wollten, war eine Parole, ein moralisches Erhebungswort, war nur das, was Herr Wolffsobn uns heute gesagt hat: eine neue Aera ist angebrochen. Wir müssen den Leuten sagen, hier fängt eine neue Aera an, gebt euer Geld und eure Begeisterung, wir sind unserm Ziele näher, das unsern Ureltern vorgeschwebt ist, und unsern Urenkeln ewig vorschweben wird, bis es verwirklicht sein wird. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Durch den Kommentar von Dr. Nordau wurde uns heute neues Mißtrauen eingeflößt. Auf den früheren Kongressen wurde auch praktische Arbeit in Palästina beschlossen, und da gab es viele „Wenn" und „Aberu. Herr Woltfsohn hat herrte alle „Wenn" und „Aber" ausgelassen, und dann kam Dr. Nordau wieder mit Wenn und Aber und wieder mit Warten und wieder mit Gedulden und hat den Text der Rede Wolffsohns dadurch wie mit Gift durchsetzt. (Beifall, Widerspruch, große Unruhe.) Meine Damen und Herren! Der Zionismus — nicht der Gedanke des Zionismus, sondern der moderne Zionismus — steht jetzt am Scheidewege, und kein günstigeres, kein besseres, kein glückverheißenderes Ereignis konnte geschehen, als das Ereignis, dem sogar Dr. Nordau eitie große Bedeutung zusprach, nämlich die Umwälzung der Türkei. Ja, das Ereignis ist so bedeutend, daß Herr Dr. Nordau selbst heute zum erstenmal den Charter fallen ließ. Also wir sind schon unserem Ziele näher, indem wir nicht mehr um den Charter und dergleichen uns zu kümmern brauchen; was wir jetzt auf diesem Kongreß erreichen und als Resultat unabänderlich feststehend erlangen müssen, das ist die unbeschränkte Arbeit nur in Palästina.. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist sehr schmerzlich, bei einem Feste einen Mißton hineinzubringen,aber wenn wir heute keinen Mißton hineinbringen, werden wir vielleicht kein zweites Fest mehr erleben. (Unruhe.) Aber es muß festgenagelt werden, daß dasjenige Mitglied des E. A. C, das soviel für Palästina gearbeitet hat und noch mehr arbeiten will, auf so schmähliche und schimpfliche Weise von einem Direktor des J. C. T. angegriffen worden ist, daß es die Pflicht jedes Zionisten ist, diesen Angriff auf das entschiedenste zurückzuweisen. Ich will bloß einen Satz aus den Angriffen gegen Herrn Professor Warburg vorlesen und der lautet: „Herr Professor Warburg, Sie haben nicht den allerblassesten Schimmer von dem ABC des Zionismus und sprechen puren Unsinn." (Lebhafte Pfuirufe.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Tsclilenow: Ich bitte, die Form unseres Kongresses zu beachten. Delegierter Dr. S. Däiches (fortfahrend): Das sind nicht meine Worte, Herr Vorsitzender. Der zweite Satz lautet: „Sie sind keine geeignete und gute Person, Mitglied des Großen oder Engeren Aktionskomitees zu sein. Gezeichnet: Josef Co wen." (Lebhafte Pfuirufe.) Wir haben mit Josef Cowen, der eine lange Geschichte hinter sich hat, noch nicht abgerechnet, und ich hoffe, daß wir es auf diesem Kongresse enclgiltig tun werden. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen, — großer Lärm.) Jetzt noch ein Wort weiter. Was hat z. B. .Die Welt" in den zweieinhalb Jahren für die Propaganda des Zionismus getan? „Die Welt ' hat z. B. Reden von Zangwill über Territorialismus vollständig abgedruckt und hat Gegenreden mit der Bemerkung zurückgeschickt, daß wir kein polemisches Blatt sind. Dazu braucht man keine „Welt". Meine Damen und Herren! Ich könnte noch manches erwähnen, was Bedeutung hat, aber das Damoklesschwert der Zehnminutenfrist hängt über mir. Über eins müssen wir uns klar werden, die Leitung des 4

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