Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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— 48 — in der offiziellen zionistischen Presse, in der „Welt" vom 8. Februar 1908 die Aktionäre des J. C. T. aufgefordert, gegen die Abänderung der Statuten zu stimmen, alles im Widerspruch mit seinem Versprechen und dem Kongreßbeschluß. Herr Co wen bleibt nichtsdestoweniger im Besitze des vollen Vertrauens des E. A. C, er wurde als dessen offizieller Vertreter bei der Eröffnung der A. L. B. C. in Konstantinopel bestimmt. Bezüglich des Jüdischen Nationalfonds hat man immer gesagt, daß jeder Pfennig für Landankauf bestimmt sei. Man hat jedoch 25 000 Frs. leihweise für Häuserbauten in Jaffa, also für Stärkung* der städtischen Bevölkerung, bestimmt anstatt für Agrarzwecke. Und was hat das Direktorium des J. N. F. getan? Es hat die für Jaffa votierten Gelder für Häuserbauten in Haifa gegeben. Ich möchte fragen, ob dies im Einverständnis mit dem A. C. geschehen ist. Weiter frage ich, wie es möglich ist, daß man die Aktien der A. P. C. mit 5°,o Provision ausgegeben hat, wie die „Welt" in einem von Herrn Wolffsohn unterzeichneten Aufruf mitteilt. Ist dies ein richtiges finanzielles Geschäft? Weiter bedaure ich, daß man in einem Lande wie England 40° o der Schekolim, wie es aus der „Welt" hervorgeht, zurückbehielt für Zwecke der Föderation, mit Ausnahme des Orders of Ancient Maccabeans, anstatt sie nach Köln zu schicken. Ich wünsche, daß dieser Kongreß bestimmen möchte, daß die Schekel voll und ganz dem A. C. abgeführt werden. Die Föderationen können dann auf den Schekel für ihre Bedürfnisse einen Zuschlag nehmen. Ich hoffe, daß weiterhin die Schekelgelder voll und ganz an das A. C. abgeführt werden. (Lebhafter Beifall.) Delegierter Dr. Samuel Daiches: Verehrter Kongreß! Zunächst muß ich auf das entschiedenste gegen die Annahme des Antrages auf Beschränkung der Redezeit bei Beginn der Diskussion protestieren und muß hinzufügen, daß es nicht der bloße Zufall ist, daß dieser Guillotine-An trag von Mr. Greenberg gekommen ist. Wenn man nach solchen kritischen Zeiten, nach Ablauf von 21,,2 Jahren wieder zum Kongreß spricht und über solch bedeutende Fragen, die uns vorschweben, berät, dann ist es schwer, sich in 10 Minuten zu fassen. Ein Wunder, daß man uns nicht nur 5 Minuten gelassen hat. Ich hoffe nur, daß unser verehrter Präsident mir diese paar Worte nicht anrechnen wird. (Heiterkeit.) Meine Damen und Herren! Wir müssen uns zunächst darüber klar werden, was für eine Bedeutung der IX. Kongreß für die allgemeine Lage und für die Zukunft des Zionismus haben wird und historisch notwendigerweise haben muß. Die letzten drei Kongresse haben Gefahren gebracht und dieselben wieder beseitigt. Der VI. Kongreß brachte uns leider die Ugandafrage, der VII. Kongreß wandte die Ugandafrage wieder ab, und der VIII. Kongreß bestätigte den palästinensischen Zionismus. Was wird das Merkmal des IX. Kongresses sein? Ich gehe gleich in die Generaldebatte ein und frage: was ist für den palästinensischen Zionismus im Laufe der letzten 2Va Jahre geschehen? Uns liegt ein Bericht vor5 der nicht über die Tätigkeit des Aktionskomitees berichtet, sondern über den allgemeinen Zustand des Zionismus. Wir dürsteten nach einem Worte seitens des E. A. C. über das, was geschehen ist, und es wurde uns nicht einmal ein Wort ins Ohr geflüstert. Jawohl, meine verehrten Damen und Herren, heute haben wir vom Präsidenten des E. A. C. eine Rede gehört, die ich und viele Zionisteu vor 6 Monaten, vor einem Jahre oder vor l1/* Jahren gewünscht hätten. Hätte Herr Wolffsohn diese Eede heute vor einem Jahre gehalten, wäre heute der Zustand des Zionismus und das Verhältnis der zionistischen Organisation zu Herrn Wolffsohn etwas anders. Aber Herr Wolffsohn hat bis heute gewartet. Und nicht nur das. Sondern auf diesen Text, den ich auf das wärmste begrüßte, kam ein Kommentar von Dr. Nordau, der den Text fast zu entstellen versuchte. Ich wünschte, die