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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 47

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 47 (sequence 47)
Language
German, English, Hebrew
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— 47 — Präsident Dr. Nordau (unterbrechend): Da Herr Dr. Thon gegen mich polemisiert hat, konnte ich ihn nicht unterbrechen. Da er jetzt mit dieser Phase glücklicherweise geschlossen hat, so kann ich ihn an den Beschluß des Kongresses bezüglich der Einschränkung der Redezeit erinnern. Delegierter Dr. Thon (fortfahrend): Vielleicht werde ich noch darauf zurückkommen. (Heiterkeit.) Verehrter Kongreß! Wenn man uns damit kommt, daß das Baseler Programm geändert werden soll, so kommt mir dies so vor, wie es bei einem Bankerottem* üblich ist, daß man die Firma ändert. „Gib dich nicht zu erkennen, so hast du wieder Kredit." Ist aber dies das Vorgehen einer ernsten Partei? Ist es möglich, daß man ein Programm, das man seit zwölf Jahren beschlossen hat, zum alten Eisen wirft und einfach ummodelt, weil es zu den heutigen Kombinationen nicht paßt? Präsident Dr. Nordau (unterbrechend): Ich mache Sie aufmerksam, daß die Redezeit auf zehn Minuten festgesetzt wurde. - Delegierter Dr. Thon (fortfahrend): Ich muß sagen, daß es ein starkes Stück war, nach zwei Rednern gleich die Redefreiheit einzuschränken. Präsident Dr. Nordau: Ich muß dem Beschlüsse des Kongresses Achtung verschaffen. Delegierter Dr. Thon: Dürfte ich vielleicht, Herr Präsident, mich an den Kongreß wenden? Präsident Dr. Nordau: Das können Sie, das steht dorn Redner frei. (Rufe: Weiterreden!) Delegierter Dr. Thon: Gut, ich schließe also! Das Baseler Programm hat eine so ungeheure Werbekraft in den 12 Jahren bewiesen, daß absolut jeder, der es mit dem Zionismus ernst meint, eine Änderung desselben nicht zulassen kann. Wir werden zunächst erreichen, was der politische Zionismus gewollt hat; wir werden mit dem Baseler Programm erreichen: eine große Siedlung der Juden in Palästina, dazu auch die Wiedergeburt des Judentums im Lande der Väter. (Beifall.) Delegierter Dr. Kohan-Bernstein (zur Geschäftsordnung): Wir haben gesehen, wie schwer es fällt, in einer Debatte, in welcher an der Tätigkeit unserer Leitung, welche zwei Jahre gedauert hat, Kritik geübt wird, auf diese Kritik einen solchen Druck auszuüben, daß man schon" nach zwei Rednern die Debatte schließt, und wie schwierig es ist, wenn außerdem noch die Redezeit der Redner auf zehn Minuten eingeschränkt wird. Wir haben gesehen, daß sich dieses unmöglich durchsetzen läßt. Ich will also den Antrag stellen, den frühern Beschluß zu annullieren. Präsident Nordau: Herr Dr. Kohan-Bernstein verlangt, daß Sie den Beschluß, den Sie vorhin gefaßt haben, wieder aufheben, das heißt, daß Sie von der Beschränkung der Redezeit auf zehn Minuten wieder absehen (Rufe: Zur Geschäftsordnung!) Eine Debatte lasse ich nicht zu, Sie wollen diese Frage durch einfache Abstimmung entscheiden. Diejenigen, die für die Aufhebung der Beschränkung der Redezeit sind, sollen die Hand erheben (geschieht). Gegenprobe! (Nach einer Pause): Der Antrag ist abgelehnt. Es bleibt also dabei, daß die Redner bloß zehn Minuten zur Verfügung haben. Delegierter Dr. Mossinsohn (spricht hebräisch). Delegierter Eduard Pool: Als Vertreter der Niederländischen Zionisten habe ich die Resolutionen von zwei Delegiertentagen hier zu besprechen, uns zwar eine alte Geschichte, die immer neu bleibt, die Frage: Wie verhalten sich Offiziere der Bewegung in Sachen der Disziplin und der Kongreßbeschlüsse? Man fordert von uns Disziplin, übt man sie aber auch selbst? Der Achte Kongreß hat den Beschluß gefaßt, den Bankprozeß zu führen, und Direktor Co wen erklärte, er werde, obgleich er dagegen sei, diesen Prozeß führen, so gut wie irgend jemand diesen führen könnte. Dennoch hat Herr C o w e n

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