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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 39

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 39 (sequence 39)
Language
German, English, Hebrew
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— 39 — richten sollen! Da liegt vor mir ein Dokument, in welchem ein hochgestellter Zionist folgende Interpretation des Baseler Programms unmittelbar nach der türkischen Revolution gegeben hat: Die Frage lautete (liest): Comment expliquez-vous alors les mots »asile assure par le droit public« qu7on m'a dit se trouver dans la formule de votre programme? „ Also: Wie erklären Sie die Worte „öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte", von denen Sie sagen, daß sie sich in Ihrem Programm befinden? Darauf lautet die Antwort in dem Interview (liest): II est tout naturel que nous ayons cherche sous 1'ancien regime k assurer la vie et les biens de nos Colons en Palestine par le droit public. Mais sous le nouveau regime tous privileges deviennent superflus, puisqu'ils sont avantageusement remplaces par les dispositions de la Constitution et nous ne voulons que jouir paisiblement de la protection et des droits aceordes par eile a tous les citoyens de la patrie commune. Das heißt also: Es ist vollständig naturgemäß, daß wir unter dem alten Eegime versuchten, das Leben und das Gut unserer Ansiedler in Palästina durch das öffentliche Recht zu garantieren; aber unter dem neuen Regime sind alle Privilegien überflüssig, da sie vorteilhafterweise durch die Bestimmungen der Verfassung vollständig gesichert sind. Wir wollen nur ganz ruhig die Protektion und die Hechte, die diese Verfassung allen andern Bürgern sichert, genießen. Die weitere Frage (liest): Excluez-vous de votre champ d'aetion les autres provinces de PEmpire? Das heißt: Schließen Sie aus Ihrem Gesichtsfelde alle andern Provinzen des Reichs aus? Darauf lautete die Antwort (liest): Pas du tout. Nous encouragerons en meme temps largement Fintroduetion des bras et des capitaux israelites dans toute la Turquie, qui, comme je vous l'ai cleja dit, a pour nous une attraction toute speciale. Die Antwort war also: Keineswegs, wir wollen die Einführung der jüdischen Arbeit und des jüdischen Kapitals in der ganzen Türkei, die, wie ich Ihnen sagte, eine ganz spezielle Anziehungskraft für uns luvt. Es würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen, wenn ich Ihnen liier das ganze Interview vorlesen würde. Es ist z. B. interessant, wie sich dieser hochgestellte Zionist die Verwirklichung des zionistischen Programms vorstellt. Ich werde Ihnen nachweisen, daß hier vom Chowewe-Zionismus nicht in schrecklichen Worten g-esprochen wird, sondern der Chowewe-Zionismus wird zum System erhoben. Und wissen Sie, wer dieser hochgestellte Zionist ist? (Rufe: Wolffsohn!) Jawohl, unser verehrter Präsident Wolff söhn. (Beifall und Unruhe.) Herr Dr. Nord au, wenn Sie sich an jemanden mit Ihrer Kritik wenden wollen, so hätten Sie sich vor allem an unsern Präsidenten wenden müssen. Als wir von einer möglichen Änderung des Baseler Programms gesprochen haben, wollten wir verhüten, daß dieses Programm so verwässert wird, als es in diesem Interview verwässert wurde. Wir wollten sagen: Unverbrüchlich bleibt für uns die nationale und die kulturelle Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina und den Nachbarländern. Das ist der Grundgedanke unseres Baseler Programms. Gegen die aus Furcht gemachte Interpretation des Baseler Programms sagten wir: Wir wollen eine gesunde, mehr sachgemäße Umänderung des Baseler Programms vornehmen. Aber heute handelt es sich nicht um eine solche Abänderung, und ich kann Herrn Dr. Nordau versichern, daß das Baseler Programm allen Zionisten sehr teuer ist, insofern als es das 2000jährige Ideal des jüdischen Volkes in sich birgt. Aber Dr. Nord au war der erste, der nach der türkischen Revolution eine gewisse Umstimmung gezeigt hat. Er sagte: Wenn Herzl jetzt lebte, dann würde er sagen: Jetzt braucht ihr den Charter nicht! (Zurufe: das hat er ja heute gesagt!) Vor der Revolution hat er es nicht gesagt (lebhafter

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