Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 33)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 33 - Ich stelle fest, daß Sie sich zum Zeichen Ihrer Trauer von Ihren Sitzen erhoben haben. Herr Eisenstadt hat das Wort zu einer Begrüßung. Delegierter Eisenstadt (Jerusalem, hebräisch): Wenn Dr. Nord au, der moderne Jeremias, die Lage der Juden in Palästina geschildert hätte, würde man nicht so viel Zeit auf Tadel oder Lob des A.-C. verwendet haben. Man kennt Erez Jisroel nicht. Warten ist gut, lange warten ist schlecht. Wenn Wolffsohn 3 Monate in Palästina gewesen wäre, hätte er Dank geerntet. Wenn man Palästina gekannt hätte, hätte man gewußt, welch goldene Worte Professor War bürg gesprochen hat; man könnte Millionen erzielen, wenn man in Palästina arbeiten würde. Jetzt sind leider viele, die nach Palästina gekommen sind, wieder zurückgefahren. Wenn die Leitung in Palästina wäre, konnte man Chaluka-Gelder erobern; Herzl hätte noch gelebt, wenn er in Palästina wäre. Die Leitung in Palästina müßte einem aus allen Parteien zusammengesetzten Komitee übergeben werden; ein Mitglied des Engeren A.-C. sollte wenigstens einige Monate in Palästina wohnen, die Agrarbank soll gegründet, das Wörterbuch von Ben Juda unterstützt werden. Jeder Kongreß soll zuerst an Palästina denken. Präsident Dr. Nordau: Ich erteile nun zur Erstattung des Berichts des E. A.-C. dem Generalsekretär Sokolow das Wort: Bericht des E. A. C. Generalsekretär Sokolow (beginnt hebräisch und setzt deutsch fort): Es war bei uns immer üblich, den Kongreßbericht zu verlesen. Diesmal wichen wir von diesem Brauch ab. Der Bericht wurde gedruckt und befindet sich in den Händen jedes Delegierten. Deshalb ist es meine Aufgabe, nur kurz über die Zusammenstellung dieses Berichts zu referieren. Früher, als der Bericht vor dem Kongreß verlesen wurde, mußten wir ihn, aus Rücksicht auf die beschränkte Zeit des Kongresses, in aller Kürze fassen. Wir haben es diesmal vermieden, den Kongreß mit der Anhörung der Dinge, die man im Druck lesen kann, aufzuhalten. Wir haben deshalb den Bericht gedruckt; er konnte deshalb auch viel ausführlicher gemacht werden. Für die Ausführlichkeit lag übrigens noch ein Grund vor: auf einigen der früheren Kongresse wurden bekanntlich auch seitens der Bevollmächtigten einzelner Landsmannschaften Spezialberichte verlesen, die verschiedene Details über die Organisation enthielten. Jetzt enthält der Ihnen vorliegende Berieht, wenn auch nicht sämtliche Details, so doch wenigstens die meisten und die allerwichtigsten. Wir hatten die Absicht, diesen Bericht eine geraume Zeit vor dem Kongreß zu veröffentlichen und an die Mitglieder des Großen Aktionskomitees zu versenden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich gehörig im Bericht zu orientieren. Aber trotz der größten Bemühungen des Zentralbureaus erwies sich dies als unmöglich. Das für diesen Bericht erforderliche Material mußte uns von Seiten der verschiedenen Landesorganisationen geliefert werden. Die Landesorganisationen haben uns aber das Material bis zu den letzten Wochen, zum Teil auch bis zu den letzten Tagen nicht abgeliefert, so daß das Zentralburean gezwungen war, mit der Fertigstellung bis zum Eintreffen des fehlenden Materials, d. h. bis zum letzten Tage zu warten. Es war trotz der größten Anstrengungen nicht möglich, redaktionell und typographisch die Veröffentlichung mehr zu beschleunigen, als wir es getan haben.