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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 24

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German, English, Hebrew
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—' 24 — füllt. Man hat ihnen eingeredet, wir seien gewillt, eine Provinz vom türkischen Reich loszureißen, uns, wenn wir erst in Palästina wären, für unabhängig zu erklären und im Lande ein selbständiges Königreich oder eine Republik der Juden zu errichten. In Europa könnte niemand derartige Tollheiten herumschwatzen, ohne daß man ihm ins Gesicht lachen würde; türkische Zuhörer, die weniger gewarnt sind, lassen sich durch eine derartig alberne Fopperei zum besten halten. Wir sagen den türkischen Politikern deshalb: Laßt euch von unseren Gegnern keinen Bären aufbinden. (Lebhafte Heiterkeit.) Sie machen sich über euch sträflich lustig. Niemand von uns hat je daran gedacht, Palästina vom ottomanischen Reiche loszureißen, ein Königreich oder eine Republik zu errichten und dem ottomanischen Reich für die wohlwollende Aufnahme, die es den Zionisten gewähren würde, durch einen Anschlag auf die Reichseinheit zu danken. Was wir wollen, das ist, im Rahmen des ottomanischen Staates eine Nationalität zu bilden wie alle anderen Nationalitäten im Reiche, und es soll unser Ehrgeiz sein, den Namen der loyalsten, der zuverlässigsten, der nützlichsten aller türkischen Nationalitäten zu verdienen (lebhafter Beifall), zur Gesittung, zum Wohlstand, zur Macht des Reiches am eifrigsten beizutragen (anhaltender Beifall), aber wohlverstanden: all das wollen wir als Nationalität leisten, als jüdische Nationalität. Unsere Anerkennung als Nationalität verlangen wir allerdings. Darüber wollen wir keinen Zweifel bestehen lassen. (Beifall.) Das ist unsere offene Mannesantwort auf gewisse türkische Äußerungen. Man hat uns gesagt :?; Kommt nur immer zu uns nach der Türkei, ihr sollt uns willkommen sein. Ihr findet bei uns alles, was ihr verlangt, fruchtbaren, billigen, vielleicht unentgeltlichen Boden, Sicherheit gegen Ver-' folgung, die Freiheit, die jedem Bürger des ottomanischen Reiches gewährleistet istaber ihr müßt ottomanische Staatsbürger werden, die türkische Sprache annehmen, im türkischen Volk aufgehen, so daß man euch von den anderen Türken nicht unterscheiden kann. Und um ganz sicher zu sein, daß ihr diese Bedingungen auch einhaltet, werden wir euch nicht gestatten, in größerer Zahl und in geschlossenen Verbänden beisammen zu siedeln. Wir werden euch gleichmäßig durch alle Provinzen des Reiches verteilen. Ihr dürft nirgendwo eine Mehrheit bilden. Ihr müßt überall eine Minderheit bleiben. Und in Palästina lassen wir euch überhaupt nicht ein. Diese Provinz bleibt euch verschlossen, die einzige Provinz des Reiches.(l Angesichts derartiger Anschauungen ist es ein Gebot der Ehre und der Selbstachtung, auf das Basler Programm hinzuweisen (Beifall, Händeklatschen) und zu erklären, daß wir es unverändert aufrecht halten und kein einziges Wort davon liebedienerisch übertünchen wollen. Denn in der Grundtatsache des Zionismus kenne ich keinen Opportunismus. (Lebhafter Beifall.) Hier ist ein Zu-

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