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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 23

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 23 — vielleicht nicht überflüssig, daß ich sie nochmals ausdrücklich betone. Wer dem Worte eine andere Bedeutung unterstellt, der versteht seinen Sinn nicht richtig oder ist nicht guten Glaubens. Ähnlich verhält es sich mit dem Punkte, der ebenfalls den Änderungseifer mancher Zionisten entfacht, nämlich dem Punkte, der von „den nötigen Regierungszustimmungen" spricht, um die der Zionismus sich bewerben soll. Bei „Regierungszustimmungen" denken die Reformatoren offenbar an die Zustimmung der Großmächte, deren wir in der Tat bedurft hätten, solange wir das Recht zur Besiedelung Palästinas von der Laune eines Despoten erwarteten, die aber vollkommen überflüssig wird, wenn wir dieses Recht von den berufenen Vertretern des freien souveränen Ottomanenvolkes zu erlangen hoffen. (Lebhafter Beifall.) Sie haben aber flüchtig gelesen. Sehen Sie sich doch den Text genauer an! Da steht nicht „die nötige Zustimmung der Regierungen", sondern „die nötigen Regierungszustimmungen", das heißt die nötigen Zustimmungen der Regierung in der Einzahl! (Heiterkeit und Beifall.) Daß mit dieser einen Regierung heute nur die türkische gemeint ist und sein kann, liegt doch auf der Hand, und wir erklären es hier noch ausdrücklich. (Beifall.) Daß aber die Erlangung der nötigen Zustimmungen der türkischen Regierung zur rechtmäßigen Besiedlung Palästinas eine der Aufgaben des Zionismus ist, das wird hoffentlich in dieser Versammlung niemand bestreiten wollen. (Beifall.) Wir wollen und werden an unserm Programm kein Jota ändern. Nicht weil wir ihm etwa eine mystische Unantastbarkeit zuschreiben. Solcher Wortfetischismus ist uns fremd. Sondern weil das Baseler Programm unsere ganze Sehnsucht und alle unsere Bestrebungen klar und aufrichtig ausdrückt. Diese Aufrichtigkeit schätze ich besonders an ihm. Wir haben keinerlei Hintergedanken. Wir bezeichnen unverhohlen unser letztes Ziel: als modernes, hochgesittetes Volk ungestört und unangefochten im Lande unserer Väter zu leben und uns voll auszuleben. (Anhaltender Beifall.) Und diese Offenheit gibt uns das Recht, Vertrauen zu fordern und jedem mit Stolz und von sehr hoch herab zu antworten, der uns ich weiß nicht welche Hinterhältigkeit, ich weiß nicht welche unausgesprochenen Absichten unterstellt. Gewisse Gegner, die unsere Bewegung seit ihrem Beginn auf allen ihren Wegen vor sich gefunden hat, sind gegenwärtig auch in der Türkei an der Arbeit, sie mit einer Erbitterung zu bekämpfen, die zwölf Jahre ohnmächtiger, ergebnisloser Feindseligkeiten in Europa und Amerika maßlos gesteigert haben. Diese Gegner wiegeln die türkischen Politiker gegen uns mit Verleumdungen auf, die man in der europäischen Öffentlichkeit nicht mehr zu wiederholen wagen würde, die man aber zur Ausfuhr nach dem Morgenlande noch ganz brauchbar findet. (Heiterkeit und Beifall.) Man hat die türkischen Vaterlandsfreunde mit Mißtrauen gegen uns er-

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