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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 18

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German, English, Hebrew
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— 18 ■ — Begeisterung für die türkische Freiheit vergessen würden, daß die Umwälzung in Konstantinopel schließlich doch kein zionistisches, kein jüdisches, sondern ein türkisches Ereignis ist (Zustimmung), daß wir denn doch noch keine osmanischen Staatsbürger sind, daß wir an den inneren Wandlungen des türkischen Reiches keinen unmittelbaren Anteil haben, sondern sie, wenn auch mit wärmster Anteilnahme, aber doch als Außenstehende verfolgen, und daß es in hohem Grade taktlos, aufdringlich und ungeschickt wäre, uns in sie einmischen zu wollen. (Beifall.) Das ist eine Antwort an diejenigen, die zwischen dem Zionismus und den Jungtürken ungesäumt Beziehungen angeknüpft zu sehen wünschten. Die diese Forderung erhoben, haben augenscheinlich nicht bedacht, daß die Jungtürken eine Partei im ottomanischen Reiche, daß sie nicht das ottomanische Reich sind. Diese Partei ist heute die herrschende. Es ist jedem von uns unbenommen, ihre bisherigen Verdienste so hoch einzuschätzen, wie er will, ihr die glühendsten Sympathien zuzuwenden, ihrer Herrschaft eine lange Dauer zu wünschen und an diese Dauer auch zu glauben. Aber der Zionismus hat sich nicht mit einer ottomanischen Partei zu identifizieren. (Beifall.) Er darf seine Zukunft oder auch nur seine Gegenwart nicht an das Schicksal einer ottomanischen Partei knüpfen. (Lebhafter Beifall.) Und vor allem: er darf sich nicht den Anschein geben, in die innerpolitischen Kämpfe der Türkei eingreifen zu wollen, solange fast alle seine Bekenner Bürger oder Untertanen fremder Staaten sind. Zügeln wir unsere Ungeduld. Wenn diejenigen Zionisten, die selbst das neue Leben des jüdischen Volkes in der alten Heimat ihrer Väter werden leben wollen, erst türkische Staatsangehörige geworden sind, werden sie das Eecht und die Gelegenheit haben, am politischen Leben ihres Vaterlandes mit der ganzen Hitze ihres Temperaments teilzunehmen, sich der Partei ihrer Wahl anzuschließen, für sie ohne Vorbehalt einzutreten und ihre Gegner mit beliebiger Heftigkeit zu bekämpfen. Einstweilen aber gebietet ihnen die Klugheit und der Geschmack eine Zurückhaltung^ die von allen türkischen Parteien gewiß freundlicher gewürdigt werden wird als vorlauter und unverlangter Eifer. Die jungtürkische Partei würde es uns schwerlich Dank gewußt haben, wenn wir uns vorzeitig an sie herangedrängt und ihr unsere Dienste angeboten hätten, die ihr zu erweisen wir übrigens schwerlich in der Lage gewesen wären. „Der Schwerpunkt des Zionismus muß von nun an in die Türkei verlegt werden.u So wurde von vielen Seiten stürmisch gerufen. Das ist eine Redensart und nichts weiter. Blasen wir den Wortschaum weg und dringen wir zu den Tatsachen vor. Was soll damit gesagt sein, daß der Zionismus;; seinen Schwerpunkt in die Türkei verlegen muß"? Soll das heißen, daß wir die Verhältnisse des türkischen Reiches genau studieren, ihren Wandlungen

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