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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1910-01-01 · 9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909 · p. Seite 17

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
9 (1910) Hamburg, 26. bis 30. Dezember 1909
Date
1910-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 17 — über und berief unsern Kongreß dorthin ein. Vor allem aber, vor allem: das Programm des Zionismus mußte gänzlich umgeändert werden, damit es der neuen Sachlage entspreche. Manches von dem, was vorgeschlagen oder gefordert wurde, war vernünftig, so vernünftig, daß es sich jedem denkenden Zionisten von selbst darbot und nicht nötig hatte, mit Aufregung und zorniger Ungeduld hervorgesprudelt zu werden. Anderes war seltsam bis zur Unglaublichkeit und ich gehe darüber mit schonendem Schweigen hinweg, da es meinem Geschmack nicht entspräche, auch der Würde dieses Augenblicks und dieser Stelle nicht angemessen wäre, Gesinnungsgenossen der Lächerlichkeit preiszugeben, die nur aus Ubereifer, aus Mangel an politischer Erfahrung, aus ungenügender Kenntnis der Tatsachen geirrt haben. Ich bin weder zum amtlichen noch zum halbamtlichen Verteidiger unserer Leitung bestellt, habe jedoch wie jeder Zionist das Recht und wie jeder unbefangene und billig denkende Beobachter die Pflicht, für sie einzutreten, wenn ich sie ungerecht angegriffen und ihr Walten verkannt sehe. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Ich rechne es unserer Leitung als großes Verdienst an, daß sie sich von der Maßlosigkeit eines Teiles unserer Gesinnungsgenossen nicht hat mitreißen lassen, sondern inmitten der allgemeinen' Fieberhitze ruhig zu bleiben, dem von allen Seiten auf sie einstürmenden Drang zu widerstehen gewußt hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Sehen wir kalten Blutes der Wirklichkeit ins Angesicht. Was ist geschehen? Inwiefern berühren die Ereignisse uns? Welche neuen augenblicklichen und späteren Aufgaben werden uns von ihnen gestellt? Durch eine kühne Aktion tapferer und idealistisch gerichteter Vaterlandsfreunde wurde in der Türkei der Absolutismus überwunden und das Reich in die Bahnen eines verfassungsmäßigen Lebens nach guten europäischen Vorbildern hinübergeleitet. Darüber freuen wir uns von ganzem Herzen, nicht nur als Zionisteti, nicht nur als Juden, sondern auch einfach als Menschen, die jeden Fortschritt in der Welt froh begrüßen, sich an jedem Beispiel selbstvergessender, zweckdienlicher Tatkraft erbauen (Beifall) und jedem Volke Freiheit mit Ordnung und Frieden wünschen (lebhafter Beifall), ganz besonders, wie dies unser verehrter Vorsitzender bereits gesagt hat und ich, wenn auch in weniger beredten Worten, wiederholen will, dem türkischen Volk, das sich uns gegenüber immer großmütig erwiesen hat, dem wir seit Jahrhunderten für die gastliche Aufnahme unserer aus Spanien vertriebenen Vorfahren unverjährbaren Dank schulden (lebhafter Beifall und Händeklatschen) und zu dem wir durch die Verwirklichung der Pläne des Zionismus in ein besonders enges Freundschaftsverhältnis zu treten hoffen. Es wäre jedoch sonderbar, wenn wir in unserer 2

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