Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 391 (sequence 389)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476270--2966-3479106- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Landesorganisationen. Insofern dies nicht der Fall war, fanden sie bei Entfaltung ihrer Tätigkeit gewisse Hindernisse in Form von Kompetenz- Konflikten. Infolgedessen haben wir uns entschlossen, Ihnen diesen Antrag vorzulegen, daß jetzt nur1 eine Zentrale gewählt wird, die sich mit den offiziellen Propaganda-Ausschüssen in den einzelnen Ländern in Verbindung setzt. Ich möchte den Herrn Präsidenten bitten, diesen Antrag dem Kongreß zur Abstimmung zu unterbreiten. Präs. Wolffsohn: Ich möchte an den Kongreß die Bitte richten, diese Anträge des Herrn Dr. Nossig, die von sehr weittragender Bedeutung sind, da sie eventuell eine Spaltung des kleineren A. C. — oder wenn „Spaltung" zu viel gesagt wäre —, eine Absplitterung des A. C. herbeiführen, nicht so — — — eins, zwei, drei zu beraten. Ich möchte dem Kongreß den Rat geben, diese Anträge des Herrn Dr. Nossig dem A. C. zur Berücksichtigung zu überweisen. Das A. C. wird — dieses Versprechen kann ich abgeben — sich mit der Sache ernstlich befassen und, wenn irgend möglich, in Berlin ein Propagandabureau errichten. Wir werden also in dem Bureau, das wir in Berlin auch für verschiedene andere Sachen einrichten, auch die Propaganda berücksichtigen. In welcher Weise das geschehen soll, das können wir heute hier am allerwenigsten beschließen, das ist Sache der Ueberlegung, und deswegen glaube ich, daß es besser sein wird, wenn die Anträge dem A. C. zur Berücksichtigung überwiesen werden. Wenn Herr Dr. Nossig selbst mit dieser Erklärung einverstanden ist, dann brauchen wir über den Antrag nicht abzustimmen. Ref. Dr. Nossig: Es tut mir außerordentlich leid, daß ich den Vorschlag unsers Herrn Präsidenten in seiner Totalität im Namen der jetzigen, Propagandatommission nicht akzeptieren kann. Ich könnte es tun in bezug auf Spezialanträge, die sich an diesen ersten Antrag angliedern, aber nicht in bezug auf den prinzipiellen Antrag, welcher die Wahl einer Propagandakommission durch den Kongreß betrifft. Es ist das ein Prinzip, welches wir bereits auf dem vorigen Kongreß angenommen haben, daß eine Differenzierung der Arbeit besonders auf diesem Gebiete unerläßlich ist, und ich meine, wenn wir heute, zwei Jahre nach diesem Beschluß, dieser Angelegenheit uns wieder zuwenden, haben wir noch mehr Anlaß, auf einer solchen Differenzierung prinzipiell zu bestehen. Ich kann also nicht anders, als den Kongreß bitten, für den Antrag zu stimmen, daß die Propagandakommission hier durch den Kongreß gewählt werde. In welcher Weise sie dann finanziert werden soll und was die nächsten Agenda sein sollen, in dieser Hinsicht schließe ich mich gern dem Vorschlage unseres Herrn Präsidenten an. Del. Barth: Geehrter Kongreß! Es wurde vorhin, als hier einige Anträge vorgebracht wurden, von einem meiner Nachbarn die sehr richtige Bemerkung gemacht, daß Anträge, die in dieser Feiersturide des Kongresses gestellt werden, meistens Aussicht haben, angenommen zu werden, weil das Bestreben vorwaltet, über solche Anträge hinwegzukommen, um zum Schluß des Kongresses bez. zu den wichtigen Wahlen zu kommen. Ich habe mich deshalb zum Wort gemeldet, um die Worte unseres Herrn Präsidenten zu unterstützen und mich gegen den Antrag des Herrn Dr. Nossig auszusprechen. Die Propagandakommission ist auf dem vorigen Kongreß eingesetzt worden und wir haben gestern aus dem Referate gehört, in welcher Weise dieses Bureau seine Tätigkeit entfaltet hat. Ich, für meine Person, muß sagen — und ich glaube, viele von Ihnen werden derselben Ueberzeugung sein —, daß eine allgemeine Propagandakommission, die in Berlin eingesetzt wird, nur dann Aussicht hat, aktiv arbeiten zu können, wenn sie in ständigem Kontakt mit dem A. C. bleibt. Da die Propagandakommissiori sich immer streng an die Direktiven zu halten hat, die vom A. C. ausgehen und nicht ihre eigenen Ideen verfolgen darf, halte