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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 390

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 390 (sequence 388)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2965-3479105
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— 390 — kommen sie ja doch —, mit uns z-u arbeiten, uns zu helfen, damit wir endlich etwas zustande bringen können, ein Weniges, woran wir .aber unsere volle Mutterfreude haben können, weil wir unsere ganze Verantwortlichkeit dafür gehabt, haben. Meine Damen! Es ist nicht Sitte gewesen in Israel, daß unsere Frauen ihre Männer und Brüder haben kämpfen lassen und sie im Stiche ließen. Es ,ist bei uns Sitte gewesen^ daß wir mit eintraten, wo immer große Familieninteressen vorkamen. Und das höchste und heiligste Familieninteresse steht jetzt auf dem Spiele. Wir müssen unsere Frauenehre retten, wir müssen unsere Ehrenschuld bezahlen. Und diese Ehrenschuld bezahlt man nicht mit einer Münze, sondern mit seinem ganzen Herzen und Wollen, mit seinem ganzen Sein und Können. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präs. Wolffsohn: Die Mitglieder des Permanenzausschusses werden ersucht, sich sofort in Zimmer Nri. i versammeln zu wollen und ich bitte, dort rasch Beschlüsse über die Vorschläge für die Wahlen zu fassen, damit wir nicht gezwungen sind, den Kongreß zu unterbrechen. Die Mitglieder des neugewählten Komitees für die nationale Erziehung werden gebeten, sich im Präsidialzimmer zu versammeln. Es sind dies die Herren Dr. Ehrenpreis, Dr. Nossig und Dr. Niemirower. Es liegt hier ein Antrag des Herrn Schapira vor, des Inhaltes (liest): „Ich stelle den Antrag, daß jeder Delegierte mindestens eine Aktie der Jüdischen Kolonialbank besitzen muß." (Lebhafter Beifall.) Ich glaube, Herr Schapira, Sie werden auf diesen Antrag verzichten können, weil es nicht anzunehmen ist, daß sich hier Delegierte befinden, die nicht auch zugleich Aktionäre unserer Bank sind. (Lebhafte Zustimmung.) Sollte das aber der Fall sein, dann genügt schon diese Mahnung und sie werden Aktionäre werden. Sie sind wohl mit mir einverstanden? (Del. Schapira: Jawohl!) Mr. Jakobs, der leider abreisen mußte, bittet mich, daß ich seine Wünsche dem Kongreß mitteile. Er wünscht, daß bei den nächsten Kongressen die Resolutionen in deutscher, englischer und russischer Sprache vorgelegt werden, und daß die Kongreßprotokolle auch in englischer Sprache gedruckt werden sollen. Ferner ist es sein Wunsch, daß mit dem Einsammeln der Schekel gleich zu Beginn des Jahres angefangen werde. Sie haben die Wünsche des Herrn Jakobs gehört. Wir brauchen darüber nicht abzustimmen. Soweit wir können, werden wir im A. C. den Wün^ sehen nachkommen, insbesondere darnach trachten, die Kongreß-Protokolle und Resolutionen in mehreren Sprachen zu veröffentlichen. Das Wort hat nun Herr Dr. Nossig zu seinem Propaganda-Referate. Ref. Dr. Nossig: Geehrter Kongreß! Ich habe hier einige Anträge vorzulegen, die das, was ich gestern am Schluß meines Referates bereits erörtert habe, in präziserer Form zusammenfassen. Der erste Antrag lautet: „Die Propagandakommission besteht äus drei bis vier Mitgliedern. Ihr Sitz ist Berlin. Sie erledigt ihre Arbeiten in ständiger Verbindung mit den Propaganda-Ausschüssen resp. Vorständen der einzelnen Landesorganisationen.'4 Zur Erläuterung habe ich für diejenigen Delegierten, welche gestern während des Referates nicht anwesend waren, folgendes zu bemerken: Die Propagandakommission wurde vom 7. Kongreß eingesetzt mit dem Zentralsitze in Berlin, bestehend aus 21 Mitgliedern, welche in verschiedenen Zentren unserer Bewegung gewählt wurden. Es hat sich im Laufe der letzten zwei Geschäftsjahre gezeigt, daß die aktiven Mitglieder der Propagandakommission fast ausnahmslos identisch sind mit den Mitgliedern der Propaganda-Ausschüsse der einzelnen

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