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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 388

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 388 (sequence 386)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2963-3479103
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— 388 — schönes, passendes Bild unseres verewigten Herzl schaffe und daß es über dem Podium während der Tagung der Kongresse aufgestellt werde, damit sein Auge, wenn auch gebrochen, immer wie zuvor in uns hineindringe. Präs. : Sie haben den Antrag Lunz gehört. Ich möchte bei dieser Gelegenheit mitteilen, daß die Jüdische Kolonialbank seinerzeit ein wunderschönes Bilü ' von einem hervorragenden Künstler hat anfertigen lassen. Es war auch am letzten Kongreß in Basel. Wir haben es, aber aus technischen Gründen nicht hierher bekommen können. Wenn jedoch der Kongreß dafür ist, daß ein Bild für die Zwecke des Kongresses geschaffen werde, so möge er dafür die Hand erheben. (Geschieht.) Gegenprobe! (Bloß Del. Klerekooper ist dagegen.) Ich glaube, Herr Klerekooper, Sie haben den Antrag verstanden. Dr. Lunz hat* beantragt, ein Bild, für unsern Herzl anzuschaffen, das beim Kongreß und bei allen Gelegen-: heiten, wo Zionisten sich versammeln, uns an ihn erinnern soll, und da ich weiß, welch Verehrer Herzls Herr Klerekooper ist, so kann ich nicht glauben, daß er gegen diesen Antrag stimmen wollte. Del. Klerekooper: Ich habe gegen den Antrag gestimmt, weil es von jeher ein jüdischer Gedanke gewesen ist, das Bild großer Männer im Herzen, nicht vor den Augen zu sehen. Präs.: Der Antrag ist angenommen. Del. Frl. Schach: Meine Damen und Herren! Es ist eine Ironie des Schicksals, die mich auf diese große öffentliche Tribüne drängt. Wir Frauen haben ja eine viel wirksamere Tribüne,, die uns immer offen steht,.- die wir beschochbecho uwkumecho mit unbeschränkter Redefreiheit haben können, was auch etwas bedeutet : unser eigenes Haus,' ob mit einem Salon oder einer Wohnstube, darauf kommt es nicht an. Heute aber wurde mir ein Auftrag gegeben und ich bin nicht nur zionistischer Soldat, sondern auch meines Zeichens Lehrerin, und für Lehrer gilt noch der Satz des. Gehorchens. Es wurde mir gesagt: Geh', und ich ging. Aber es ist gut, daß ich erst heute zu Ihnen gekommen bin; denn wäre dias vor wenigen Tagen geschehen, so wäre ich mit schwerem Herzen und bitteren Worten zu Ihnen gekommen. Seit zehn Jahren haben wir Zionistinnen alle Rechte im Zionismus, nur haben wir wenig Gebrauch davon gemacht. Wir haben ziemlich mitgeredet, aber nicht mit g e s c h a f f e n , wenigstens lange nicht nach unserm Können. Ich bin davon überzeugt, daß wir unendlich mehr können, als wir bis jetzt geleistet haben, denn wir kämpfen zwar mit anderen Waffen, aber wir haben ja unsere Waffen, und wenn auch nur däs jüdische Herz und den jüdischen „Ssechel" und noch was, was ich nicht übersetzen kann, was man bei uns zu Hause „Chen" nennt, wogegen Liebreiz ein Hund ist. (Lebhafte Heiterkeit.) Aber, meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen eine Mitteilung machen, die mir jetzt gestattet, mit dem Herzen voll Liebe ein schwesterliches Wort zu Schwestern und Brüdern zu sprechen — in Familienangelegenheiten. Die Damen, die unter dem zionistischen Zeichen sich hier zusammenfanden, haben eben lemaseltow einen neuen Bund gegründet für Kulturarbeit in Palästina (Beifall), und wir hoffen um so mehr, daß es kein leeres Wort bleiben wird, weil wir uns das nächste Ziel wenigstens sehr bescheiden gesteckt haben. Wir möchten ein kleines Teilchen für den Augenblick jener schweren Arbeit in die Hand nehmen, die wir Volks er ziehung nennen. Meine Damen, wir müssen hier ,jAl Chet" sagen, weil wir doch nicht „Widui" sagen wollen. Wir Frauen haben in den letzten 25 oder 30 Jahren alles aus unserer Mitte hervorgebracht: Aerzte, Rechtsanwälte, Professoren leider Gottes auch, und was alles noch! Wo sind aber die weiblichen Aerzte, die sich das Leiden ihres Volkes zum Lebenszweck gemacht haben, % wo sind die Rechtsanwälte, die für die Rechte unseres

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