Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 385)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 387 — Die Nominierung dieser Ausschußmitglieder obliegt der Vereinigung. Im Permanenzausschuß soll auch fernerhin jede kleine Landsmannschaft durch wenigstens einen Delegierten vertreten sein.4' Präs.: Sie haben den Antrag Spitzer gehört. Derselbe wäre eigentlich in mehrere Teile zu teilen. Del. Dr. Spitzer: Im Permanenzausschuß soll derselbe Schlüssel bleiben wie bisher. Nur in den übrigen Ausschüssen soll die Möglichkeit herrschen, mitzuarbeiten. Jeder Vereinigung, welche sich für den Zionismus begeistert, soll die Möglichkeit geboten sein, in den Ausschüssen zu arbeiten. Meiner Ansicht nach ist in den Ausschüssen die meiste Arbeit; denn wenn in den Ausschüssen sämtliche Meinungen zu Gehör kommen, so wird im Plenum die Arbeit wesentlich erleichert werden. Unter den kleinen Landsmannschaften sind diejenigen zu verstehen, welche nicht 25 Delegierte in den Kongreß entsenden. Da wäre also keine weitere Teilung des Antrages vorzunehmen. Präs.: Wären Sie einverstanden, wenn dieser Antrag dem A. C. oder dem Organisationsausschuß zur Begutachtung überwiesen würde, weil ich fürchte, daß Schwierigkeiten entstehen können, wenn eine Landsmannschaft, die durch einen Delegierten vertreten wird, denselben Einfluß haben sollte wie eine Landsmannschaft, die 25 Mitglieder entsendet? Del. Dr. Spitzer: Der Permanenzausschuß bleibt von diesem Antrage unberührt. Es können aber Ausschüsse für einzelne Anträge nach der Geschäftsordnung gewählt werden. Von der Mitwirkung in diesen Ausschüssen sind die kleinen Landsmannschaften ausgeschlossen und dem soll durch meinen Antrag abgeholfen werden. Nun' hat der Organisationsausschuß seine Tätigkeit beendet ohne Mitwirkung der kleinen Landsmannschaften, weil es nach dem bisherigen Schema nicht möglich war, Delegierte aus den kleinen Landsmannschaften in den Organisationsausschuß zu entsenden. Aber gerade die Frage der Organisation wäre eine der wichtigsten gewesen und es wäre wünschenswert gewesen, gerade diese kleinen Landsmannschaften zu hören. Dem abzuhelfen, ist mein Antrag bestimmt. Es ist ausgeschlossen, daß jede kleine Landsmannschaft diesen Einfluß hat, denn die Mitglieder der Ausschüsse wählt ja die Vereinigung. Natürlich werden Landsmannschaften mit 25 Mitgliedern auch auf die Nominierung einen andern Einfluß ausüben als Landsmannschaften, die nur einen Delegierten haben. Präs.: Wünscht jemand das Wort? (Niemand meldet sich.) Es ist nicht der Fall. Wer dafür ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Angenommen. Del. Dr. Lunz: Geehrter Kongreß! In dieser Nielestunde unseres Kongresses möchte ich einen Antrag stellen und hoffe, daß er Anklang finden wird. Sie werden wohl gemerkt haben, daß während »unserer Arbeiten jeder Redner nicht umhin konnte, an den Namen, die Worte, die Ideen unseres verewigten Führers hier zu erinnern. Der Name Herzl liegt immer auf den Lippen unseres verehrten Präsidenten, sein Geist waltet über uns und uns scheint auch, daß sein Auge wie vorher in uns eindringt und uns zu weiterer Arbeit auffordert. Deshalb waren wir tief schmerzlich gekränkt, als wir vorigen Mittwoch diesen Saal betraten, der so trefflich;durch Künstler geschmückt war und den Eindruck machte eines echt jüdischen Saales aus uralten Zeiten, wir waren gekränkt, als wir das Bild des Schöpfers unseres Kongresses nicht fanden; denn dieses kleine Bild, das an der Ecke befestigt war, war nicht genügend, uns zu befriedigen. Ich weiß genau, daß unsere Bewegung arm ist, finde sie aber doch so reich, um ein gebührend schönes Bild Herzls für den Kongreß zu schaffen. Deshalb stelle ich den Antrag und bitte die Gesinnungsgenossen, ihn einstimmig anzunehmen, daß man bis zum nächsten Kongreß sich ein