Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 383)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 3:85 — Das ist nicht der , Fall. Ich werde daher über den Antrag abstimmen lassen. Wer dafür ist, daß wir ein Komitee für die Bibliothek in Jerusalem wählen, bestehend aus fünf Mitgliedern mit der Maßgabe, es dem Palästinaressort des engeren A. C. zu unterstellen, der erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Nach Vornahme derselben): Der Antrag ist mit allen gegen eine Stimme a n g e n o m m e n. Präs.: Herr Dr. Loewe, können Sie uns Vorschläge für die Kommission machen? Del. Dr. Loewe: Ich möchte lieber, daß der Perman'enzausschuß die Namen vorschlage. Präs.: Dann werde ich den Permanenzausschuß 'beauftragen, uns Vorschläge zu machen. Geehrter Kongreß ( Ich werde jetzt selbst einen Antrag stellen. Wenn kein Widerspruch erfolgt, werde ich auch das Präsidium beibehalten. (Zustimmung.) Ich werde mich übrigens sehr kurz fassen. Ich bin überzeugt und Sie werden mit mir diese Ueberzeugung teilen, daß wir etwas, tun müssen, um unsere Leitung auf eine sichere finanzielle Basis zu stellen. Unsere Einnahmen bestehen im Schekel. Es ist gewöhnlich so, daß der Schekel erst am Schluß jedes Jahres gesammelt wird und daß das A. C. meistens zehn bis elf Monate auf die Mittel warten muß, die ihm zufließen. Außerdem ist es aüch nicht möglich, ein Budget aufzustellen und die guten Beamten, die wir brauchen, in der richtigen Zahl zu halten, weil wir eben keine sichere finanzielle Grundlage für unser A. C. haben. Ich habe darüber lange nachgedacht, wie wir es machen können und bin zum iSchluß gekommen, daß es für uns keine andere Möglichkeit gibt, als daß wir einen Fonds schaffen, aus dessen jährlichen Zinsen wir einen Zuschuß für unsere Arbeit und für den Notfall nach Gutdünken des A. G. entnehmen können. Diesen Fonds können wir nach meiner Ansicht schaffen, indem wir allen Zionisten für das nächste Jahr 5668 (1907/08) eine Parteisteuer von mindestens 5 Francs pro Person auferlegen. Wir müssen einmal den Versuch machen, und ich bin überzeugt, daß wir den Fonds, den wir brauchen, bekommen werden. Es ist allerdings zweifellos, daß eine große Anzahl, besonders die Aermeren, die keine übrigen Mittel haben, denen es schon schwer fällt, auch nur den Schekel jährlich zu bezahlen, diese Parteisteuer nicht werden zahlen können. Dafür erwarte und hoffe ich von den Wohlhabenderen, von den reicheren Zionisten, daß sie solche Summen zeichnen werden, um auch die Aermeren „auszulösen". Ich habe mich mit verschiedenen Landsmannschäften in Verbindung gesetzt und habe von den Amerikanern das Versprechen erhalten, daß die vorjährigen Schekelzahler mindestens einen Dollar abliefern werden, ebenso kann mit Bestimmtheit von Afrika, Deutschland und den westeuropäischen Staaten dies. erwartet werden. Eine Ausnahme könnte höchstens Galizien und Rußland machen, aber ich glaube, daß selbst in diesen Ländern opferwillige Zionisten sein werden, die für die ärmeren Zionisten diese Parteisteuer zeichnen werden. Es wird überall in der ganzen Welt und besonders bei uns davon gesprochen, daß etwas geschehen muß, es wird gesprochen von der. Opferfreudigkeit und dem Opfermut der Zionisten, und da glaube ich,