Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 382)
- Language
- German, English, Hebrew
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VII. TAG Mittwoch, 21. August NACHMITTAGS-SITZUNG BEGINN: 2 UHR 30 MINUTEN Präs. Wolffsolin: Ich eröffne die Sitzung und habe mitzuteilen, daß die belgische Landsmannschaft Herrn Moser in das Goldene Buch hat eintragen lassen. (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Das Wort hat Herr Dr. L u n z. (Nach einer Pause): Da derselbe nicht anwesend ist, erteile" ich das Wort Herrn Heinrich Loewe. Del. Dr. Loewe: Geehrter Kongreß! Ich möchte einen Antrag stellen, der zu der Palästinafrage zwar nur indirekt, vielleicht aber doch auch direkt gehört (liest): „Der Kongreß möge beschließen, wiederum eine Kommission für'die Nationalbibliothek in Jerusalem von fünf Personen einzusetzen und das Palästinaressort des engeren A. C. zu verpflichten, die Kommission nach Maßgabe seines Könnens zu finanzieren." Vielleicht ist es mir gestattet, daran einige Worte zu knüpfen.. Präs. Wolffsolin: Es handelt sich um> die Bibliothek in Jerusalem? Del. Dr. Loewe: Jawohl! Präs. Wolffsolin: Selbstverständlich! Del. Dr. Loewe: Wir hatten im letzten Jahre eine Bibliothekskommission gewählt. Diese Bibliothekskommission war aber nichts weiter als ein Anhängsel der Palästinakommission, und diese, die im allgemeinen aus Personen bestand, welche lediglich ein agrarisches, wirtschaftliches und soziales, aber keinerlei kulturelles Interesse und Verständnis hatten, konnte nicht dazu kommen, mit uns auch nur eine einzige Kommissionssitzung abzuhalten. Wir haben zwar privatim gearbeitet, d. h. die Mitglieder der Bibliothekskommission mit Freunden der Bibliothek außerhalb der Kommission, die Kommission selbst aber wurde durch den Vorsitzenden Prof. Warburg niemals einberufen, trotz aller Mühe von meiner Seite. Da ich nun nicht wünsche, daß die Nationalbibliothek in Jerusalem nach wie vor ganz vernachlässigt werden soll, möchte ich den Antrag stellen, daß eine Spezialkommission möglichst aus Fachleuten wieder gewählt werde und daß dieser Kommission auch ein Budget gegeben werde. Da aber das Budget vom Kongreß schon an die Palästinakommission vergeben ist, wünsche ich, daß der Palästinakommission aufgetragen werde, nach Maßgabe ihres Fonds uns zu finanzieren, d. h. natürlich, uns nicht Mittel-zu geben, wenn sie solche selbst nicht hat. Wir wollen es dem guten Willen der Palästinakommission überlassen, uns mit Mitteln auszustatten und wir wollen keinerlei Zwang oder Druck auf sie ausüben, uns ein ganz bestimmtes Budget geben zu müssen. Ich bitte Sie um Annahme dieses Antrages. Präs. Wolffsolin: Wünscht jemand das Wort? (Niemand meldet sich.)