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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 380

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 380 (sequence 378)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2955-3479095
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— 380 — der Würde der zionistischen Organisation nicht entspreche, so weit zu gehen. Er glaubte, daß, wenn die Bedingung gestellt ist, daß die Aenderung auf zwei aufeinander folgenden ordentlichen Kongressen, also in einem Zeitraum von mindestens zwei Jahren, und zwar mit 3/4 - Majorität angenommen werden muß, diejenige Sicherheit geboten sei, mit der wir zufrieden sein müssen. Wir brauchen uns nicht vor uns selbst gar so zu fürchten. Del. Rabbino witsch: Ich habe aus der Zustimmung, die der Kongreß dem letzten Paragraphen entgegengebracht hat, gesehen, wie teuer dieser Paragraph jedem ist. Im Organisationsausschuß wurden von verschiedenen Seiten Anträge gestellt, um es ganz unmöglich zu machen, daß irgend ein Kongreß den ersten Punkt unsers Programms, also den Grundstein des Zionismus, ändere. Es wurde aber anderseits vorgebracht, es liegen juristische Bedenken vor, man könnte in das Organisationsstatut nicht einen Paragraphen hineinnehmen, daß irgend ein Punkt des Programms unabänderlich sei. Der allgemeine Wunsch geht zwar dahin, nur wurde an der Möglichkeit der Erfüllung desselben gezweifelt. Ich glaube aber, wir müssen gerade die Unabänderlichkeit in einer solchen Weise hinstellen, daß es vor aller Welt klar wird, daß wir nur aus juristischen Bedenken uns einer Abänderung des Paragraphen widersetzen. Ich würde daher die Ziffer neun Zehntel in diese Bestimmung setzen. Das wäre vielleicht etwas Lächerliches, es würde auf dasselbe herauskommen, auf die Unabänderlichkeit. Von anderer Seite wurden vier Fünftel vorgebracht, und ich möchte diesen Antrag unterstützen, damit unserer Absicht deutlich Ausdruck gegeben werde, daß dieser Paragraph unabänderlich ist, daß an diesem letzten Satze niemals gerührt werden darf. Präs. Wolffsohn: Ich würde noch weiter gehen: ich würde neun Zehntel wählen. Jawohl, meine Herren! Entweder die Sache ist heilig und man nimmt gar keine Paragraphen-Aenderung vor, oder man nimmt eine derartige Aenderung an, dann wollen wir für unsere Kinder und Kindeskinder sorgen und bestimmen neun Zehntel. Auch darin hat Dr. Tschlenow recht. Ein derartiger Antrag müßte sechs Monate früher angemeldet und allgemein bekannt gegeben werden. Del. Dr. Tschlenow: Einen Monat früher!) Herr Dr. Tschlenow sagt: Einen Monat früherI ich möchte beantragen: sechs Monate früher. Del. Pool: Ich möchte beantragen, daß ein derartiger Antrag von mindestens drei Viertel der Delegierten unterzeichnet sein muß, sonst wird er nicht in Behandlung genommen. Del. Dr. Becker: Mir ist es absolut nicht einleuchtend, warum der § 38 nicht einfach lauten sollte: „§ 1 des Organisationsstatuts ist unabänderlich.'' Der § 1 ist der einzige Zweck unserer Bewegung, und wenn dieser Zweck geändert werden soll, löst sich die Gesellschaft eben vollständig auf. Daß das juristisch und sonst absolut möglich ist, ist klar. Präs. Wolffsohn: Wenn das juristisch möglich ist, dann wäre eine solche Bestimmung allerdings gut. Herr Dr. Bodenheimer, unser Kongreßanwalt, wird uns darüber Auskunft geben. Del. Dr. Bodenheimer: Ich spreche hier nicht als Kongreßanwalt, sondern als einfaches Mitglied des Kongresses, und als solches möchte ich empfehlen, gar nichts an dem bestehenden Zustand zu ändern. Der § 1 bestimmt den Zweck der zionistischen Bewegung. Wenn dieser Zweck geändert wird, dann hört der Zionismus überhaupt auf. Was soll es also für einen Sinn haben, hier die Möglichkeit zu lassen, daß eine Majorität diesen ersten Satz, den Zweck des Zionismus, sollte abändern können. Dann hätte ja einfach auf dem letzten Kongreß diese Frage aufgeworfen werden und es hätte eventuell das Statut mit Majorität geändert werden können. Was wäre die Folge gewesen? Es wäre eine Partei da gewesen, die den Standpunkt des Zionismus weiter vertreten hätte und die sich ihr eigenes

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