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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 374

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 374 (sequence 372)
Language
German, English, Hebrew
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— 374 — fasstmg der Statuten möglichst vorsichtig sein; müsse, weil sie Gefahr laufen, von den Behörden, die mit der Lupe die Statuten untersuchen, die Genehmigung nicht zu verlangen. Einer der Herren, die hier die Abänderung dieses Entwurfes verlangt haben, hat an einer anderen Stelle uns diese Bedenken geltend gemacht, und der Organisationsausschuß hat sofort darauf Rücksicht genommen. Dieses Moment, auf welches ich weiter nicht eingehen möchte, weil es heikler Natur ist, hat den Organisationsausschuß veranlaßt, den Antrag zu stellen, die Zulassung einer interterritorialen Organisation im Zionismus nicht zuzulassen. (Sehr richtig!) Ich ersuche daher, den von Herrn Kaplansky gestellten Antrag abzulehnen. Was den zweiten Antrag betrifft,, die Bildung einer Föderation mit 200 Mitgliedern in einem Lande, wenn sich in einem anderen Lande schon eine Föderation gebildet hat, so sprechen folgende Momente dagegen. Nach dem Organisationsstatut ist die Bildung einer Landesorganisation und der Beitritt zur Landesorganisation nicht obligatorisch. Es können sich in jedem Lande Gruppen von Schekelzahlern zusammenfinden, welche der Landesorganisation nicht angehören. Das kann überall sein, wo die Zahl der Schekelzahler nicht 3000 erreicht. Wir wollen mit unserem Antrage bloß erreichen, daß diesen losen Gruppen von Schekelzahlern nicht das Recht einer Föderation gegeben werde. Im übrigen ist für die Betreffenden, weder für die proletarischen Elemente noch für die Misrachi, ein Zwang gegeben. Der Antrag ist nicht notwendig und würde dazu führen, daß noch kleinere Parteien sich bilden, er würde eine Schwächung der Organisation bedeuten, und ich bitte daher, die Abänderungsanträge Kaplansky abzulehnen. (Bravo!) Del. Kaplansky s Ich kann die Bemerkungen des Herrn Dr. Margulies nicht ohne Erwiderung lassen. Es wäre schon die höchste Zeit, daß man bei Beratung des Föderationsprinzips aufhöre, den Kongreß mit dem Popanz der Behörden ins Bockshorn jagen zu wollen. (Bravo!) Das beste Beispiel einer interterritorialen Organisation sind Sie, meine Herren, und dieser Kongreß. Kein Mensch und keine Behörde hat, um das Wort des Herrn Dr. Margulies zu gebrauchen, eine Lupe genommen, um dieses Statut in Augenschein zu nehmen, noch werden sie sich diese Mühe nehmen, § 25 unter die (Lupe zu nehmen. Diese polizeilichen Bedenken sind grundlos. Was aber die Bemerkung betrifft, die er in der Kommission gemacht hat, daß sich ja ohnedies einer bestehenden Föderation einzelne Schekelzahler anschließen können, so ist dies eine Analogie für die Organisation, indem dann Schekelzahler aus Amerika auch einer Föderation in Oesterreich beitreten können. Wenn Sie das aber rechtlich festlegen, dann ist keine Analogie, sondern ein Gesetz vorhanden. Ich wiederhole nochmals: Die Macht und Größe des Zionismus besteht darin, daß sich allen Klassen und Schichten des jüdischen Volkes die Möglichkeit biete, der zionistischen Organisation beizutreten. Schaffen Sie keine künstlichen Schranken! Ref. Gronemann: Wenn Sie die gesamten Prinzipien unserer Organisation ändern, so tun Sie das klar, aber nicht nebenbei bei einem solchen Paragraphen. Das Prinzip unserer ganzen Organisation hat H e r z 1 auf dem 5. Kongreß ausgedrückt, indem er sagte, wir sind keine internationale Bewegung, sondern wir pflegen bloß die internationale Diskussion. Wir haben Organisationen in jedem Lande und wollen jedes Land nach seinen speziellen Verhältnissen sich frei entwickeln lassen. Wir können nicht eine Organisation sich über verschiedene Länder erstrecken lassen und können dies auch nicht einer einzelnen Föderation gestatten. Tatsächlich werden solche Vereinigungen in vielen Ländern nicht geduldet, die mit einer Vereinigung in einem anderen Lande zusammenhängen, zumal mit einer, die, wie unsere, politische Akzente anschlägt. Wir werden infolgedessen die größten Schwierigkeiten haben, und zwar nicht nur für die Herren, denen es wert erscheint, das zu riskieren, sondern die ganze Organisation wird beispiels-

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