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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 372

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 372 (sequence 370)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2947-3479087
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— 372 — „§ 24 c. Auf Antrag eines Drittels der Mitglieder des großen A. C. hat das engere A. C. eine außerordentliche Sitzung des großen A. C. einzuberufen." Präs.: Wer für den Antrag der Kommission ist, erhebe die Hand. (Geschieht.) Gegenprobe! (Dieselbe erfolgt.) Angenommen. Ref. Gronemann: Dann kommt im alten Texte eine Resolution, welche wir zu streichen beantragen. Präs.: Kein Widerspruch? (Niemand meldet sich.) Die Resolution ist gefallen. Del. Shire: Ich habe einen Antrag gestellt zu § 24. Präs.: Mir liegt kein Antrag vor. (Nach einer Pause): Ich höre, daß Sie den Antrag 'gestellt haben, daß die Mitglieder des A. C. verantwortlich sind gegenüber den Föderationen, daß sie verpflichtet werden, an die Föderationen Bericht zu erstatten. Einen solchen Antrag können wir nicht annehmen. Der Kongreß wählt sein A. C. Durch diesen Antrag würden die Föderationen über den Kongreß zu stehen kommen. Auch sind die Mitglieder des A. C. in vielen Dingen verpflichtet, zu schweigen, und Sie wollen sie zwingen, dieses Schweigen zu brechen. Mr. Shire, ich bin überzeugt, daß dieser Antrag — das werden auch die Juristen sagen — nicht angenommen werden kann. Ziehen Sie ihn lieber zurück. Del. Shire: Ich ziehe den Antrag zurück. Präs.: Ich danke Ihnen. Ref. Gronemann: § 25 lautet (liest): „Zur Gründung einer neuen Föderation ist es notwendig, daß sich mindestens 3000 Schekelzahler eines Landes zusammenschließen. Sie kann sich nur mit Genehmigung des engeren A. C. nach Anhörung der Landesorganisation des betreffenden Landes bilden. Der betreffenden Landesorganisation steht die Berufung an das große A. C. offen/' Präs.: Das Wort hat Herr Dr. Abrahamsohn. Del. Dr. Abrahamsohn: Ich spreche im Namen der Misrachi. Diese sprechen nicht, sie handeln. Machen Sie, daß wir handeln können. Wir wollen eine Föderation bilden auf Grund der 3000 Schekelzahler. Da wir aber nicht die Macht haben, diese 3000 in einem Lande zusammenzubringen, wollen wir dies durch Fallenlassen des geographischen Begriffes erreichen. Wir werden dadurch eine Kraftquelle schaffen, die dem Kongresse großen Nutzen bringen wird. Del. Kaplansky: Geehrter Kongreß! Es ist bedauerlich, daß bei Verhandlung einer so wichtigen Frage, wie das Föderationsprinzip des Organisationsstatuts, das Haus in einer solchen Unruhe sich befindet und offenbar der Sache nicht die notwendige Aufmerksamkeit zuwenden kann. Dieses Prinzip, das noch auf dem 5. Kongresse von H e r z 1 aufgestellt wurde, halten wir für das grundlegendste Prinzip des Organisatiönsstatuts. Man hatte bis jetzt im Zionismus eine unbegründete und unbezweifelte Furcht vor Föderationen, vor Parteiungen. Meine sehr Geehrten! Sie müssen sich gewöhnen, im Zionismus eine Repräsentation des gesamten Judentums zu sehen. Die Schichtung und Gliederung, die Differenzierung im Judentum muß in der zionistischen Organisation, muß auf diesem Kongreß zum Ausdrucke kommen, und deswegen müssen Sie Ihr Organisationsstatut danach einrichten, daß es verschiedenen Parteien ermöglicht wird, sich der zionistischen Organisation anzuschließen. Sie dürfen den Parteien den Zutritt zur zionistischen Organisation nicht erschweren. Speziell die Partei, in deren Namen ich zu sprechen die Ehre habe, ist eine proletarische Organisation, eine proletarische Klassenpartei, die im Golus sowie im Judenlande ihre eigene, vom Kongreß unabhängige Klassenpolitik} betreibt, in die der Zionismus und der Zionistenkongreß nichts dreinzureden haben. Wenn Sie das bedenken, werden Sie es begreiflich finden, daß die Arbeit unserer Organisation anderen als den frei gewählten Komitees nicht unterstehen darf, daß wir sie nicht

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