Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 346)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 348 — nämlich zu den Vorschlägen, die die Zeitungskommission und die Propagandakommission dem Kongresse zu unterbreiten sich gestatten. Umgestaltung des Parteiorgans. Um zunächst der erwähnten Doppelaufgabe gerecht zu werden, soll einerseits durch Fusionierung der „Welt" mit der „Jüdischen Rundschau" ein jüdisches Zentralorgan mit dem Erscheinungsorte Berlin geschaffen, anderseits eine für die allgemeine Tagespresse bestimmte Zeitungskorrespondenz gegründet werden. Diese beiden Pläne entsprechen zwei längst empfundenen dringenden Bedürfnissen unserer Bewegung. Daß unser heutiges Parteiorgan trotz der verdienstvollen Bemühungen seiner Redakteure unter den heutigen Umständen weder dem repräsentativen noch dem propagandistischen Zwecke voll genügen kann, ist eine Tatsache, die kaum einer unserer Gesinnungsgenossen wird leugnen wollen. Ueberdies ist die Herausgabe der „Welt" in Köln mit einem Defizit verbunden, das einen sehr erheblichen Teil der Einkünfte unserer Organisation verschlingt. Durch Fusionierung der „Welt" mit der „Rundschau" und Verlegung des neuen Organs nach Berlin würde nach genauen Aufstellungen der Zeitungskommission das Defizit mit einem Schlage verschwinden und ein lebensfähiges Blatt von wirklicher Anziehungskraft für das große jüdische Publikum geschaffen werden. Gründung einer Zeitungs-Korrespondenz und eines Preßbureaus. Eine Zeitungs-Korrespondenz gehört bekanntlich zu den unentbehrlichsten Propagandamitteln jeder seriösen nationalen oder sozialen Bewegung. Daß der Zionismus bis jetzt über eine solche nicht verfügt, ist eine Unterlassungssünde, die um so eher gut gemacht werden muß und kann, als unsere Vorarbeiten ergeben haben, daß zur Herausgabe einer Korrespondenz nur ein Betrag von etwa 5000 Mk. erforderlich wäre. An die Zeitungs-Korrespondenz sollte in engster Verbindung mit derselben ein Preßbureau für sonstige Informierung und Beeinflussung der Tagespresse in der jüdischen Presse angegliedert werden. Organisation. Ein anderer Vorschlag betrifft die Organisation der -Propaganda-Kommission. Da es sich gezeigt hat, daß die tätigen Mitglieder der Propagandakollegien in den einzelnen Ländern zumeist mit den Propaganda-Ausschüssen der Landesorganisation identisch sind und der Natur der Verhältnisse nach identisch sein müssen, erscheint es unnötig, für die Länder außerhalb der Zentrale der Kommission Propagandakollegien zu wählen. An die ^Stelle derselben können die Propaganda-Ausschüsse der Landesorganisationen treten. Es wäre demnach nur eine Propagandakommission von drei Mitgliedern mit dem Sitze in Berlin zu wählen, die ihre Agenden in ständiger Verbindung mit den Propaganda- Ausschüssen der einzelnen Länder zu erledigen hätte. Dotierung. Der dritte und letzte Vorschlag betrifft die Dotierung der Propagandakommission. Wir sind bereit, uns für die nächsten zwei Jahre mit der Hälfte der uns vom 7. Kongreß gewährten Subvention, demnach mit 6000 Mk. jährlich v zu begnügen, ersuchen jedoch, daß diese