Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 347 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 347 — Folge der auf Schaffung einer realen Basis im Orient gerichteten Politik, die die Macht der Tatsachen dem Zionismus immer mehr aufdrängt. Es ist eine naheliegende, ja selbstverständliche Idee, daß wir die jüdische Bevölkerung Palästinas, der europäischen und asiatischen Türkei und Aegyptens für unsere Anschauungen gewinnen, zu Pionieren und Stützen der nationaljüdischen Staatsidee machen sollten. Auf Grund zahlreicher, sehr informativer Berichte, die der Propagandakommission von unsern Vertrauensmännern in Konstantinopel, Jerusalem, Beyrut und Kairo zugekommen sind, können wir mit Zuversicht behaupten, daß hier der zionistischen Arbeit in den den türkischen Gesetzen angepaßten Formen ein ebenso weites wie dankbares Feld offen steht. Unsere Brüder im Orient würden, nach der Ueberzeugung unserer Korrespondenten, bei geeigneter Beeinflussung unsere Bestrebunger. nicht nur finanziell, sondern, dank ihren Beziehungen, auch politisch wesentlich fördern. Im Einvernehmen mit dem A. C. erledigte die Propagandakommission alle erforderlichen Vorarbeiten und unterbreitete der Jahreskonferenz in Köln ein kurzes Programm der vorzunehmenden Schritte. Es handelt sich wesentlich um Anstellung von Agitatoren, die der französischen, spanischen und arabischen Sprache mächtig sind, um die Herstellung und Verbreitung von Broschüren in diesen Sprachen, sowie um die Gründung von zionistischen Organen für den Orient. Die geeigneten Kräfte sind vorhanden. Eine wirksame Propagandabroschüre liegt auch bereits im Manuskript vor. Leider blieben der Propagandakommission die zur Inangriffnahme dieses Werkes von erstranger Bedeutung erforderlichen sehr bescheidenen Mittel bis jetzt versagt. National jüdisches Tageblatt. Zu den Hauptgegenständen, mit denen die Propagandakommission sich befaßte, gehörten die Vorbereitungen für ein national jüdisch es Tageblatt. Die Idee eines repräsentativen Organs des Zionismus, das zugleich politische Propaganda größten Stils ermöglichen würde, wurde auf dem 7. Kongreß während der Propagandadebatte von zwei Seiten angeregt. Auf dem Delegiertentage der deutschen Zionisten zu Hannover im Jahre 1906 legte die Propagandakommission einen diesbezüglichen Antrag vor, der zur Wahl einer Zeitungskommission führte. Der Kölner Jahreskonferenz wurde dann von dieser Kommission der eingehend ausgearbeitete Plan sowie die detaillierte Rentabilitätsberechnung eines jüdischen Tageblatts vorgelegt. Die Jahreskonferenz begrüßte das geplante Unternehmen sympathisch, verlieh der Zeitungskommission einen allgemein zionistischen Charakter und überließ ihr die weiteren Schritte zur praktischen Durchführung des Planes. Eine Umfrage in zionistischen Kreisen ergab jedoch, daß gegenwärtig das erforderliche Gründungskapital sich nicht aufbringen lasse. Man beschloß also, die weiteren praktischen Vorarbeiten bis zu einer Zeit zu verschieben, die der finanziellen Durchführung des Unternehmens günstiger wäre. Anträge. Inzwischen soll jedoch das Problem eines repräsentativen Parteiorgans und das der Beeinflussung der öffentlichen Meinung in anderer Weise gelöst werden. Ich komme hier zum letzten Teile des Berichts,