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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 308

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 308 (sequence 306)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2883-3479023
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— 308 — Das ist das zionistische Problem, das wir in den Vordergrund stellen wollen. Wir wollen die Frage lösen, wie und durch wen kann man Bauern machen? Herr Motzkin möge es sich sagen lassen: mit der Methode, wie es' bisher versucht wurde und auch jetzt versucht wird, wird man einen jüdischen Bauernstand nicht schaffen. (Zustimmung.) Wir werden durch einige Jahrhunderte, wie in Spanien, wie in Polen, eine städtische Kultur haben, wir werden aber, nicht festgewurzelt im Boden sein, und es wird uns ebenso ergehen, wie es den Deutschen in Südböhmen ergangen ist. Ihre Großgrundbesitzer, die sie als Wächter des Deutschtums geschaffen haben, sind heute Verräter des Deutschtums geworden, sind Feinde ihres Volkstums geworden, in den Städten aber sind sie eine einflußlose Minorität. Wir sind auf dem besten Wege, daß unsere bisherige Politik demselben Schicksal verfällt. Für; uns entsteht die soziale Frage, wie wir die Jiuden zu Bauern machen. Wenn wir die Juden in Palästina zü Bauern machen, wenn wir die Landwirtschaft auf eine höhere Stufe bringen, wenn wir ein Mittelglied zwischen Industrie und Landwirtschaft schaffen, wenn wir die Juden im Boden festgewurzelt haben, dann haben wir auch die politische Garantie. Die Politik hat nach unserer Ansicht nur dann einen Wert, wenn sie uns dies Ziel ermöglicht, wenn sie uns das Fortschreiten auf dieser Bahn möglich macht. Insoweit wollen wir Politik treiben, wir wollen die Synthese, wir verachten nicht das Privat-, nicht das öffentliche Recht, aber wir mochten aufmerksam machen, daß ebenso schwierig, wenn nicht schwieriger, das soziale Moment im Judentum ist. Ich kann nicht darauf eingehen, schon deshalb nicht, weil ich nach so vorzüglichen Rednern nicht länger Ihre Aufmerksamkeit fesseln kann, aber wir kommen mit konkreten Vorschlägen, weil wir glauben, daß wir schon in der praktischen Arbeit sind, und daß die politische Garantie nicht schwarz auf weiß von vornherein uns gegeben werden muß. Ich bedaure, daß der Vorschlag, zu dem ich. sprechen soll, nicht von dem Urheber vertreten wird. In einem Brief teilt uns Franz: Oppenheimer mit, daß er durch Krankheit verhindert sei, seinen Vorschlag hier zu vertreten. Uns handelt es sich nicht;darum, den Vorschlag so zu überliefern, wie es Herr Warburg und die Palästinakommission getan hat. Wir wollen Sie auf die Voraussetzungen aufmerksam machen, die dazu führten. Diese sind, daß wir alle Kräfte konzentrieren müssen, die Juden zu, Bauern zu machen. Bis jetzt sind alle Projekte darauf hinausgelaufen, jenen die etwas haben, einen Besitz zu schaffen. Aber wir haben von allen Seiten Klagen und erschreckende Ziffern gehört. Auf hundert jüdische Familien kommen

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