Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 304)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 306 — haben, allein ich sehe mich genötigt, auf das hier angeschlagene Thema einzugehen, und werde mich bemühen, rein sachlich zu bleiben. Es ist charakteristisch, daß von einer Seite, die nie'praktische Arbeit geleistet hat, ein Ausspruch kam, der dahin geht, daß die Poale Zion nicht mehr lange in der Bewegung bleiben werden, denn, sagt Herr Motzkin, die zionistische Organisation sei nicht imstande, für . das Proletariat etwas Wesentliches zti leisten. Wenn dem so wäre, so wäre es schade um jede Minute, die wir hier verbringen. (Rufe: Jetzt!) Meine sehr geehrten Herren Vorredner, Herr Abgeodneter Stand und Herr Dr. Weizniann, haben einen Ausgleich versucht und haben gesagt, wir müssen eine Synthese schaffen zwischen praktischer und politischer Arbeit. Herr Stand formuliert das so, daß das Praktische das Mittel sei, das Politische der Zweck; aber ich glaube, beide Herren haben daran vergessen, daß es sich hier nicht um1 Synthese oder Antithese handelt, sondern daß es noch ein Drittes gibt, das berücksichtigt werden muß, was' bis jetzt weder von Seite der politischen noch von Seite der praktischen Zionisten geschah,, nämlich das sozialökonomisch e Moment. Der Chärteris-' mus ging von dem Standpunkte aus, daß wir es nur nötig haben, den Charter zti bekommen und wir bekommen ' dann Kapital in Hülle und Fülle. Er kümmerte sich deshalb bloß Um das Oeffentlich-rechtliche. Darunter verstand er däsi Politische. Seine Nachfolger kamen und sagten: es genügt, wenn wir die privatrechtliche Sicherheit haben, Besitzen wir, diese, dann sind wir gesichert. Wir aber, meine Herren, sind gekbmmen, um Ihnen zu sagen, daß beide, so wertvoll sie sind, nicht genügen, sondern daß es noch ein Drittes gibt. Mari hat Palästina nicht, wenn man den Charter hat, wenn man die öffentlich-rechtliche Sicherheit von vornherein hat, man hat Palästina nicht, wenn man privatrechtlich den Boden erworben hat, sondern man hat Palästina nur da^nn, wenn irian den > Boden von jüdischer Kraft erarbeitet hat. (Lebhafter Beifall und' Händeklatschen.) Meine Herren! Wir in Oesterreich namentlich hätten Gelegenheit, an einem Beispiele zu studieren, das einige Aehnlichkeit mit dem hat, was wir wollen, wie man kolonisiert. Was man bis jetzt Kolonialpolitik nannte, das paßte für unsern Fall nichts denn diese Kolonialpolitik war eine überseeische, die in erster Linie Industrie exportieren und Rohprodukte importieren wollte. Unser Exportartikel ist ein ganz; anderer. Wir wollen Menschen exportieren, wir wollen das jüdische Volk in das Land bringen, und da ist die Frage, ob es genügt, wenn wir die MenschenIiinbringen, damit sie die Städte füllen,