Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 297 (sequence 295)
- Language
- German, English, Hebrew
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Afrika!) Nein! diese Herren sind nicht in Afrika, und ich bin überzeugt, sie sind heute ebenso gute Zionisten, wie wir alle sind. (Stürmischer Beifall. — Lebhafter Widerspruch.) Die Herren mögen in einem Augenblick ihre Herzen haben lauter sprechen lassen als Ihren Verstand, während Sie, meine Damen und Herren, jetzt Ihre Herzen lauter sprechen lassen als Ihren Verstand. (Beifall und Widerspruch.) Diese Männer haben sich hinreißen lassen von der großen Idee, die wir nicht begreifen konnten, die sie aber vor uns begriffen haben wollten. Diese Herren wären hier geblieben, sie wären mit uns gegangen, sie hätten uns zur Zierde gereicht, wenn nicht dieser Geist unter ihnen geherrscht hätte. (Lebhafter Beifall.) Darum, meine sehr verehrten Damen und Herren, möchte ich auf das Sprichwort antworten, das Herr Dr. Stand hier gebraucht hat, indem er sagte: „Naasseh wenischmah" — Ihr sollt zuerst tun und dann hören! Ist das etwa eine bedeutende politische Reife? (Lebhafter Beifall.) Zuerst soll man hören und dann erst soll man tun. (Lebhafte Zustimmung.) Und "darum, meine Damen und Herren, hören Sie auf das, was Ihnen der einzige große Mann gesagt hat, den wir überhaupt seit hunderten von Jahren besessen: Seid ein starkes Volk, wenn auch mit schwachen Kräften! Schließt euch fest zusammen und macht keine Restriktionen, wie sie gestern in der Bankangelegenheit gemacht worden ist. Oeffnet eure Arme, damit alle diejenigen zu euch kommen können, welche mit uns sind, welche mit uns dieselben Ideale haben. Wenn wir diesen Geist, den ich den Geist eines größeren Judentums nennen möchte, in uns aufgenommen haben werden, wenn wir diesen Geist besitzen werden, der uns alle dasselbe wird tun lassen, der nichts trennt, der unsere Kraft nicht verschwinden lassen wird, dann, meine Damen und Herren, wird es nicht dazu kommen, daß wir plötzlich eine Debatte haben "werden, bei der es heißt: Pro- und. Kontraredner. (Lebhafte Zustimmung.) Meine Damen und Herren! Es gibt nur Proredner, nur Redner für die Palästinaarbeit. (Lebhafter Beifall.) Ich möchte Ihnen Schritt für Schritt während der Spezialdebatte den Beweis erbringen, daß es nur Proredner für Palästina gibt. Was wir eben verhindern wollen, ist, daß wir von der ersten Idee, die uns vereinigt hat, allmählich aber vollkommen uns abwenden. Was wir immerwährend euch zurufen, ist: Bleibt das, was ihr seid, bleibt das, was euch früher von den anderen Juden unterschied, ein etwas höheres Judentum. Ihr aber seid im Begriffe, diesen Weg zu verlassen. Und warum habt ihr wohl noch nicht vollkommen begriffen, was unser großer Führer Herzl einst gesagt hat? Weil ihr ein -kleinmütiges Volk seid, weil ihr nicht warten könnt.