Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 283)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 285 — durchgeführt werden könnte. Und was will es heißen, wenn diese Zehntatisende, die noch immer der Kolonisationstätigkeit bald feindlich, bald gleichgültig, zum Teil neidisch gegenüberstehen, zu Freunden und Anhängern unserer Sache sich heranbilden werden? Benutzen wir doch das vorhandene Streben nach Feldleben! Was sind die jetzigen palästinensischen Juden? Eine unglückliche, machtlose, hungernde Masse, die das Leiden auch physisch und moralisch herabdrückt. Und was könnten sie werden? Kraftstrotzende, an Körper und Geist gesunde Juden, für ihr Volk eine Macht. Wenn die Verwirklichung der jüdischen Kolonialbank die erste jüdische Macht bedeuten wird, so wird ihr ferneres Ziel darin bestehen müssen, durch jedes Unternehmen eine neue jüdische Macht hervorzubringen, so daß allmählich ein Netz jüdischer Mächte laut und vernehmlich im Namen des jüdischen Volkes reden wird. Als eine solche' Macht — und zwar sehr wichtige — betrachte ich die künftigen, palästinensischen Juden, wenn sie ökonomisch und kulturell regeneriert sein werden. Ihnen muß unsere erste Aufmerksamkeit gehören." Nun, — ich habe Ihnen nicht gesagt, daß die Judenarbeit aus Palästina auszuschließen ist. (Sehr richtig!) Sondern vielleicht nur : das ist nicht der Weg, den wir den Juden zeigen, sondern eines der Mittel. Wir werden den Juden 'nicht damit kommen und sagen: das ist schon unser Ziel, — sondern wir werden unseren Weg beibehalten nach wie vor. Aus unserem Verhalten gegenüber der Charterfrage folgt auch unser Verhalten gegenüber den Instituten. Eine der wesentlichsten Fragen, die .unseren Kongreß interessieren, war die Frage des Nationalfonds. Können wir den Nationalfonds; in Palästina zersplittern oder nicht? Darauf antworte ich: nein! und nicht nur jetzt, sondern auch in allernächster Zukunft nicht! (Sehr richtig!) Solange der N. F. nicht eine gewaltige Macht darstellt, solange der N. F. nicht ein Machtfaktor in unseren Händen ist, mit dem man rechnen kann, solange dürfen wir nicht ein Risiko eingehen. Denn damit untergraben wir, den einzigen Machtfaktor, den wir als Symbol für jetzt, für die Erreichung unseres Zieles, geschaffen haben. Wenn wir zu den Juden kommen, so treten wir bis jetzt als rein revolutionäre Partei im geistigen Sinne auf und sagen ihnen: alles, was ihr bis jetzt getan habt, ist nicht die Lösung der Judenfrage. Schafft die Mittel, so werdet ihr diese erreichen. . Wenn Sie aber auf dem Wege gehen, den Sie jetzt betreten wollen, dann sind Sie vollständig in das allgemeine Fahrwasser ohne Anerkennung des Zionismus hineingeraten, dann werden Sie sich morgen nicht, oder sehr unwesentlich von den anderein Gesellschaften, wie von der J. C. A., dem Hilfsverein der