Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 275)
- Language
- German, English, Hebrew
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— 277 — die Möglichkeit, daß es irgendein Unternehmen geben könnte, das so hoch wäre, daß man es wagen dürfte, in dieser Form unsere Bewegung damit zu identifizieren. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Aus diesen Ausführungen, hoher Kongreß, ist zu ersehen, daß wir absolut nicht auf einem extremen Standpunkt uns befinden, und ich möchte Ihnen mit den Worten des griechischen Dichters das ausdrücken, was uns beseelt: „Nicht mitzUhassen, mitzulieben bin ich da!" (Lebhafter Beifall.) Wenn, wir uns nur gegenseitig zugestehen, daß wir alle das beste wollen und das ehrilch wollen, daß jeder wirklich seine beilige Ueberzeugung vertritt über den Weg, der zur Erlösung unseres Volkes führt, dann würden wir mehr Toleranz üben, denn dann könnte es nicht vorkommen, daß, wie es leider hier geschehen ist, man von einem „seligen politischen Zionismus" sprechen konnte. Es hat mir und gleich mir wohl — das kann ich sagen — ungezählten anderen im tiefsten Herzen weh getan, zu hören, daß derart über jenen großen Gedanken gesprochen werden konnte, hier, in einem zionistischen Kongreß, den ja doch HerzI geschaffen hat. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Einer der Herren Vorredner hat gesagt: Primum non nocere. Ich kann diesen Ausspruch nur wiederholen. (Zustimmung.) Wer historisch die Entwicklung des Zionismus betrachtet, wird zugestehen müssen, daß Abirrungen und Fehlschläge im Bereiche der Möglichkeit liegen. Der Denkende wird dies in den Kreis seiner1 Betrachtungen ziehen müssen, und er wird nur derartige Unternehmungen gutheißen können von einer oder der anderen Seite, die eben die andere Seite auch im Falle des Mißlingens nicht vital schädigen. Wir müssen darauf achten, daß wir nicht jenes Prestige einbüßen, das unsere Bewegung sich so vielfach in ihrem Beginn erworben hat. Neben dieser praktischen Arbeit in dem Sinne, wie ich mir zu kennzeichnen gestattet habe, müssen wir für die sorgfältige Wahrung und Befestigung jener Anknüpfungen mit den entscheidenden Persönlichkeiten an der Spitze verschiedener Staatsregierungen sorgen, die mit das wertvollste Vermächtnis Herzls für uns bilden. Man hat uns gesagt, es wäre dies nicht möglich, und ich sage Ihnen, es ist dies möglich. Wir müssen es nur ehrlich wollen und mit den Worten jenes unendlich schönen Traumbildes, das unser TVIeister, der Große, der Einzige, geschaffen hat, sage ich besonders in diesem Falle: „So Ihr wollt, ist es kein Märchen!" (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vizepräs. Dr. TscMenowr Der zweite Reichsratsabgeordnete Herr Staorl hat das Wort. Del. Stand (mit stürmischem Beifall und Händeklatschen