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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 256

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 256 (sequence 254)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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— 256 — der Schule und dem öffentlichen Leben zusammenhängt. Aber die natior nale Erziehung muß reflektiv wirken, sie muß das nationale Bewußtsein stärken, sie muß uns das Bewußtsein liefern, daß wir mit den dortigen Juden im innigsten Zusammenhange leben und nicht nur mit den dort geborenen Kindern, sondern wir müssen uns selbst als die Kinder des Landes fühlen, aus dem wir entsprungen sind, die wir jetzt in der Welt als Fremdlinge herumwandern. Das Gefühl muß in uns wachgerufen werden, daß dort die Heimstätte des jüdischen Volkes liegt. (Beifall.) Darum müssen wir der Welt unsern Anspruch als selbstbewußtes Volk darstellen können. ■ 1 ' Wodurch lebt ein Volk? Nicht durch Reichtum, nicht durch Flotten, nicht durch- Armeen, nicht durch Industrie; es lebt durch seinen geistigen Reichtum, durch die. moralische Kraft, die es besitzt und wodurch es den andern Völkern imponiert. Wodurch lebt das freie, gesegnete Land, in welchem wir uns jetzt befinden und gastfreundlich aufgenommen werden? Sehen Sie, eine Handvoll, ein paar Millionen. Was lebt in der Geschichte der europäischen Kultur? Der Kampf dieses kleinen Volkes gegen die Uebermacht Spaniens, damals die größte Weltmacht, der Kampf für Freiheit. Eine Handvoll, an deren Spitze die prinzliche Familie der Oranier stand, erkämpfte die Freiheit ihrem: Volke. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Und so geht heute das Volk hin, fast mit Anbetung und Verehrung, zu der Grabstätte der Gründer der Freiheit in Holland. (Beifall.) Es fühlt sich eins mit der Vergangenheit, es knüpft an die glorreiche Vergangenheit an, es schöpft daraus das Kraftbewußtsein und die Würde, der Welt gegenüberzutreten und seine Rechte zu wahren. i Wir verlangen nationale praktische Arbeit in Palästina. Täuschen wir uns nicht. Häufig wird die Frage aufgeworfen, wieviel Geld haben wir? Moralische Ansprüche werden durch Geld nicht gekräftigt, nicht alle Millionen der Juden werden uns moralisches Ansehen in der Welt schaffen. » i Vizepräs. Dr. Kaiin gibt das Glockenzeichen. Del. Dr. Gaster: Ich stehe in der Hand des Kongresses. Wenn Sie wünschen, schließe ich augenblicklich. (Rufe: Zehn Minuten für Dr. Gaster!) ' Vizepräs. Dr. Kann: Es wird der Antrag gestellt, noch zehn Minuten Herrn Dr. Gäster zu bewilligen. (Allgemeine Zustimmung.) " Del. Dr. Gaster: Ich danke Ihnen, meine Herren, aber ich werde kaum zehn Minuten mehr in Anspruch nehmen. . Wir stehen hier vor einer prinzipiellen Frage, und diese müssen wir mit der nötigen Klarheit zum Ausdruck bringen. Denn von hier gehen wir in die weite Welt und müssen sagen, was wir nach Hause gebracht haben, als Weiterführung der Arbeit für die Zukunft. Was sollen wir weiter tun, um den Zionismus zu stärken und zu verbreiten? Sie täuschen sich, wenn Sie darauf verzichten, weiter Propaganda zu machen. Es ist mir gewiß ein Vergnügen, wenn ich dieselben Gesichter am Kongreß wiedersehe. Es möchte mich aber, freuen beim nächsten Kongreß hoch andere Gesichter zu sehen. Es handelt sich darum, für unsere Bewegung die Herzen der Bevölkerung zu erwärmen und in unsere Bewegung hineinzuziehen. Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir zu den jüdischen Herzen sprechen, müssen wir die jüdische Phantasie entzünden, diesen Geist und dieses Selbstbewußtsein stärken, das ist unsere Aufgabe. (Lebhafter Beifall.) Die Gegenwart ist>- wunderbar. Aber während wir sprechen, ist die Gegenwart schon Vergangenheit, jede Minute, die vergeht, gehört der Geschichte und der Vergangenheit an. Wir sehen in die Zukunft, knüpfen aber an die Vergangenheit an. Es wird gesprochen von Verdiensten der Väter. Was bedeutet dies? Es bedeutet, was für die Engländer die

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