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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 255

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 255 (sequence 253)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476270--2830-3478970
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— 255 — sich nicht darum, wie in alter Zeit ökonomische Fragen lösen zu wollen, nicht darum, einigen der Flüchtigen eine Heimstätte für einen Moment irgendwo in einer Kolonie zu bieten. Es handelt sich darum, die Arbeit in Palästina so zu unternehmen, daß diese Arbeit heute schon den Grundstein bilden soll für den Bau,, der später im Heiligen Lande aufgerichtet werden .soll, um das Programm von Basel auszuführen, das Land als das Heim des jüdischen Volkes zu bekommen. Jede Arbeit, in diesem Geiste unternommen, ist verschieden von der Arbeit der Chowewe Zion, und wenn künstlich ein Unterschied hergestellt wird zwischen politischem und praktischem Zionismus, muß ich noch einmal betonen, daß dem einen oder dem andern unrecht geschieht: Keiner, der die praktische Arbeit in Palästina fördert, verliert den politischen Gesichtspiinkt aus dem Auge. Wir 'sind uns bewußt, daß wir darauf, hinarbeiten, die politischen Zie\e des Zionismus dadurch nicht nur zu fördern, sondern auch zu erreichen und darauf muß ich besonders aufmerksam machen. Ich werde hier keine Namen von Gesandten und Ministem zitieren, ich werde nicht erzählen, mit wem ich Beziehungen pflege oder nicht, aber die Antwort, die ich von maßgebender Stelle bekommen habe, war: „Gasten bringen Sie das Volk zurück zum. Lande, dann haben Sie das Recht, etwas zu verlangen!" Die : Leute, die draußen stehen, haben weder moralischen noch politischen Anspruch auf ein Land, das sie in keiner Weise besessen haben. Mit welchem Titel kommen wir? Wenn wir eine Palästina-Debatte haben, fühle ich in erster Reihe, daß. wir auf heimischem Boden. uns 'befinden und daß wir unsern Titel als historische Vergangenheit der Welt gegenüber nicht als heutigen Besitzstand allein, sondern im Namen der Tradition verwirklichen, in dem wir durch die Tat das Land in Besitz nehmen. Nur so haben wir die Berechtigung, vor die Welt zu treten, nur so haben wir Aussicht, politisch und zugleich, erfolgreich vorzugehen. Es handelt sich aber; auch noch um eine ändere Frage, die noch nicht berührt wurde: Was ist die Bedeutung des Zionismus für die Juden der Diaspora? Das ist die Frage. Wir denken nur daran, wie werden wir Palästina bekommen für ein, zwei oder mehrere Millionen? . Welche Bedeutung hat aber Palästina für unsere Millionen, die außerhalb bleiben werden? Darauf muß ich Ihr Augenmerk lenken, darin liegt die Bedeutung unserer Arbeit. Die praktische Arbeit, das, was wir erzielen wollen, ist, dort den archimedischen Punkt zu schaffen, um den Hebel anzusetzen, für die Kräftigung unserer Position in allen Ländern der Welt. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Wer tritt für uns auf, wenndie Juden in Casablanca hingeschlachtet werden? (Beifall.) Wer tritt für uns auf, wenn die Juden in Rußland gemordet, in Rumänien zerstreut und mißhandelt, in anderen Ländern von Ort zu Ort geschleudert werden? Wer protestiert und wer hat das Recht zu protestieren? Dazu brauchen wir Palästina, um auch die Jiudenfrage in Westeuropa der Lösung nahe zu bringen. Wir müssen eine Heimstätte haben, nicht nur für die Juden, die dort sind: sondern auch eine Heimstätte, die berechtigt ist, für uns aufzutreten und uns zu schützen in allen Ländern der Diaspora. Nun komme ich zu der Frage der nationalen Erziehung und spreche hier im Namen der englischen Landsmannschaft, indem ich die Ehre haben werde, deren Vorschläge dem Kongreß zu unterbreitem Die nationale Erziehung in Palästina ist nur der Ansatzpunkt für die nationale Erziehung der Juden in der ganzen Welt. Wir sprechen von Schulen und Kindergärten in Palästina. Ausgezeichnet! Ich habe sie selbst gesehen und habe mich gefreut, als ich das Lallen der Kinder in hebräischer Sprache! hörte; ich habe mich im Heimatlande zu Hause gefühlt. Ich habe die Ghettolieder wieder gehört, aber anders als irgendwo. Die ■dortigen Juden fühlen, daß sie im einzigen Lande zu Hatise sind, nirgend! anders. (Lebhafter Beifall.) Das ist eine nationale Erziehung, die mit

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