Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1907-01-01 · 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907 · p. Seite 254

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
Date
1907-01-01
Page
Seite 254 (sequence 252)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
99% known words query
IRI
…/3476254-3476270--2829-3478969
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 254 " — die heute nach Tausenden zählen und morgen Millionen sein können und denen das Erwachen zur Wirklichkeit nur unangenehme Enttäuschungen bringen kann. Die Verantwortung, die ihr zionistischen Führer auf. euch nehmt, ist eine ungeheure. Bevor ihr euch in das, wie ich sage, Unbekannte stürzt, beschwöre ich euch, vorerst genaue Studien an Ort und Stelle zu machen, so daß ihr ganz genaue Berichte vor euch liegen habt und in der Läge seid, euch selbst eine richtige Vorstellung über die Verhältnisse in Palästina zu machen. Wenn ihr zu der Ueberzeugung kommt, daß es unzweifelhaft feststeht, daß ihr im Großen kolonisieren und Palästina jüdisch machen könnt, dann gehet euern Weg weiter und Gott möge mit euch sein.'4 (Rufe: Wer hat das geschrieben?) Dieser Brief ist von Samuel Lewy aus Saloniki. (Lebhafte Zwischenrufe.) Ich habe noch ein Heft hier in meiner Hand, das ich Ihnen wegen der Kürze der Zeit nicht ganz vorlesen kann. Es ist der Auszug aus der Schrift. jemandes, der Palästina sehr genau kennt und der die Warnung ausspricht, daß die Palästina-Frage bald gelöst sein werde infolge des Entstehens der individuellen Frage. Der Autor. spricht' von einer ganz speziellen Unfähigkeit der Juden für agrikulturelle Zwecke. (Widerspruch.) Meine Damen und Herren,! Der Name desjenigen, der das geschrieben hat, ist Mr. Davis Trietsch! (Lebhafte Zwischenrufe. — Andauernder Lärm.) lehr ziehe aus meinen Ausführungen den Schluß, daß den Resolutionen der Palästina-Kommission noch eine hinzugefügt werden solle des Inhalts, daß dem engeren A. C. aufgetragen werde, in Palästina zu dem Zwecke ein Komitee zu bilden, das Werk der Palästina-Kommission durchzuführen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Ussischkin (mit stürmischem Beifall begrüßt): Es ist richtig, daß ich gegen die Einsetzung eines in Palästina sitzenden Komitees, ge^ bildet vom A. C., gewesen bin. Ich werde Ihnen auch i meine Gründe sagen. Ich werde gegen ein solches Komitee sein, das dazu dient, nur ein Organ des A. C. zu sein und die Meinung anderer nicht zum Ausfiruck zu bringen. Wenn wir ein vom Kongreß gewähltes unabhängiges Komitee haben, werden wir die richtige Stimmung des Kongresses vor uns haben. Wenn es vom A. C. eingesetzt ist, sind es immer beeinflußte Leute des A. C. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Gaster: Es wurde vorhin die Bemerkung gemacht, daß wir nicht hierher gekommen seien, um schöne Reden zu halten oder zu hören. (Heiterkeit.) Ich werde mich daher bestreben, eine unschöne Rede) zu halten. (Heiterkeit.) Ich werde versuchen, so sachlich als möglich zu den Fragen zu sprechen, die hier vorliegen. Wenn ich eine: schöne Rede halten will, werde ich es mir für die englische Platform vorbehalten, denn dort wird jedenfalls nicht verlangt, daß wir, wenn wir vor der Oeffentlichkeit sprechen, nicht auch versuchen sollen, den stilistischen Bedingungen nachzukommen, die ein Redner einem Publikum entgegenbringen muß, das er verehrt. Die Sache spitzt sich eigentlich, wenn sie auch nicht in der Weise ausgedrückt wird, zu der Frage zu: Was ist „politischer", was ist „praktischer" Zionismus? Diese Frage muß, soweit ich die Sache verstehe, jetzt im Zusammenhange mit der Arbeit in Palästina ein für allemal für uns geklärt werden. Es wird uns der Vorwurf gemacht, das heißt derjenigen Partei, die auf die praktische Arbeit das Hauptgewicht legt, daß wir Chowewe-Zionismus treiben und uns in Kleinmeierei verlieren. Der Unterschied besteht doch in erster Reihe darin, daß, wenn wir als zionistische Partei oder als Zionisten die Arbeit in Palästina unternehmen wollen, wir uns von einem ganz andern Prinzip leiten lassen. Wir lassen, uns leiten vom nationalen Prinzip, mit nationalen Gesichtspunkten, mit nationalen Hoffnungen und Aussichten. Für die Zukunft handelt es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.