Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 8 (1907) Haag, 14. bis 21. August 1907
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 251)
- Language
- German, English, Hebrew
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—" 253 — Herzl sich bestrebt, mit der englischer} Regierung; a;üf solch intimem Fuße zu stehen? Weil er, wie jeder andere, genau wußte, daß, was. a,udi immer in bezug auf die Zukunft Palastinas geschehen wird, die englische Regierung ein großes .Wort -dreinzureden haben wird. Nach der .El- Arisch-Expedition bot uns die englische Regierung Ostafrika an. Dieses Angebot hat einen Wert, weil es uns in Beziehung mit der englischen Regierung brachte. Ich habe n,icht die Absicht, irgendwelches Bedauern auszudrücken. Die einzige Ursache, weshalb ich das überhaupt erwähne, ist die, Herrn Trietsch zu antworten. Er wai* auch gegen das Ostafrika- Angebot. Wir wurden geschlagen als Männer, welche Verrat übten an der palästinensischen Idee und ib bezug auf die Frage der praktischen Arbeit in Palästina. Ich bin einer derjenigen, welche ganz bestimmt für die praktische Arbeit in Palästina sind und ich bin es immer so gewesen. Bevor das Wort „praktische Arbeit" aus dem Munde jener kam, welche heute so laut davon sprechen, schrieb ich einen offenen Brief an das A. C„ in welchem ich forderte, daß die praktische Arbeit unternommen werden solle. Es war dies zur Zeit, als wir die Kommission nach Ostafrika aussandten, Ujnd . das ist die Hauptursache, weshalb' ich heute zum Kongreß spreche. Ich finde in den Resolutionen der Palästina-Kommission eine ganz merkwürdige Unterlassung". Sie tun nicht die erste vernünftige Sache, welche notwendig ist, für die praktische Arbeit geleistet zu werden. Das ist die Bildung1 eines Komitees in iPalästina unter der Oberleitung des Ä. C, welche dem A. C mit seinem Rate beistehen und welches jene praktische Arbeit durchführen soll, welche beschlossen, werden wird. (Beifall.) Ich habe diese Resolution atlf der letzten Jahreskonferenz in Köln vorgeschlagen, ich unterlag aber, weil Herr Ussischkin dagegen war. (Hört! Hört!) Warum war aber Herr Ussischkin dagegen? Er. sagte mir, weil ich sie vorgeschlagen habe. (Lebhafte Heiterkeit.) Es ist Zeit, daß wir mit solchem Wahnsinn aufhören. Wenn wir mit unseren Arbeiten vorwärtskommen sollen, sei es auf politischem, sei \es auf praktischem Wege, dürfen wir nicht ein Mikroskop benutzen, um die Augenfarbe des einen oder des andern zu untersuchen, und dürfen nicht die Mitarbeiterschaft jemandes zurückweisen, dessen Nase uns nicht gefällt. (Heiterkeit.) Wenn wir auf diesem Wege .fortschreiten, dann wird , alles verloren gehen, was wir an Geld besitzen. Dias wäre aber nochder geringste ^rund. Was das Wichtigste ist, ist, daß der moralische Wert unserer Bewegung*, daß die nationale Idee, welche wir 'uns zot verbreiten bestreben, daß die ihr;•■ zugrunde liegende . moralische Größe vernichtet wird. Und nun noch einige Worte in Bezug auf die praktische Arbeit der Palästina-Kommission. Wie kann jemand, der außerhalb Palästinas wohnt, entscheiden, was im Detail in Palästina unternommen werden soll oder nicht? Wir müssen in Palästina' ein, vertrauenswürdiges Komitee haben, das 'uns über alles dort Mögliche 'und Erforderliche verläßliche Ratschläge gibt. (Lebhafter Beifall und Händelkatschen.) Herr Prof. W a r b oi r g, der unser aller Vertrauen und Respekt besitzt, sagte uns, daß eine Agrarbank möglich sei. Herr Präsident Wolffsohn, dem wir in. gleicher Weise Vertrauen schenken und denwir respektieren, sagte uns, eine Agrarbank sei dort unmöglich. Wie kann ich dann , in der Frage der Agrarbank votieren, wenn mir nicht der Rat von Experten zur Seite steht? Ich habe hier die Stimme jemandes, der Palästina sehr genau kennt und der schreibt (liest): „Zur Zeit des Zionisten-Kongresses im Haag glaube ich meine Pflicht zu tun als ein Jude und als ein Publizist, als :ein Mann, wenn ich zu meinen Glaubensgenossen sage : Brüder, ihr habt unrecht, in eurer Idee fortzufahren, indem ihr glaubt, eines Tages Palästina bekommen oder auf irgend eine Weise käuflich erwerben zu können. Ihr tut auch unrecht daran, Leute auf euern Weg zu führen,